Am Samstag beginnen die großen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins. Foto: imago images

Statt Hölderlin zum Heiligen zu machen, sollte man ihn lieber lesen, meint Kulturredakteur Stefan Kister.

Stuttgart - Es gehört zum Spektakel kultureller Gedenkjahre, an den Zufall runder Daten ein Bedeutungsversprechen zu knüpfen. Da ergibt es sich dann, dass ein jahrhundertelang im musealen Wachkoma gehaltener Bildungsbesitz plötzlich zum Leben erwacht und zum Nothelfer für die vielen dringenden Angelegenheiten der Gegenwart wird. Dagegen lässt sich nichts einwenden. Wofür sonst sollte man in den Spiegel des kulturellen Erbes blicken, wenn nicht in der Hoffnung, sich in ihm wiederzuerkennen? Doch es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn Beethoven in diesem Jahr mit einem „Pastoral Project“ vom UN-Weltklimasekretariat als Klimaschützer gefeiert wird, oder Hegel, der wohl klügste Berliner mit schwäbischem Migrationshintergrund, seine Kanonisierung als Nachhaltigkeitsvordenker erfährt.

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