Foto: Stuttgart-Marketing/Thomas Nied - Stuttgart-Marketing/Thomas Niedermüller

Stuttgart wird bei Touristen immer beliebter, auch bei Gästen aus Fernost. Vor allem das Mercedes-Benz Museum und die Cannstatter Geschichte haben es den chinesischen Touristen angetan.

Bad Cannstatt Ob Königsstraße, Schlossplatz, Altes Schloss oder das Schloss Solitude: Die Landeshauptstadt hat viel zu bieten. Doch vieles, was die baden-württembergische Landeshauptstadt über die Stadtgrenzen hinaus bekannt macht, liegt in Bad Cannstatt. Mercedes-Benz Arena- und Museum, das traditionsreiche Volksfest, der zweitartenreichste Zoo Deutschlands mit dem zoologisch-botanischen Garten der Wilhelma oder das Naturkundemuseum im Rosensteinpark locken die Menschen in den größten Stuttgarter Stadtbezirk. Es ist also kein Wunder, dass es man auf den Cannstatter Straßen immer mehr ausländische Sprachen hört. Eine stark wachsende Gruppe von Touristen bilden dabei die Gäste aus Fernost.

Dies bestätigt auch der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, Armin Dellnitz. Laut ihm hat der Tourismus aus dem asiatischen Raum eine sehr hohe Relevanz für Stuttgart. „Vor fünf Jahren wurden die Visa-Beschränkungen für chinesische Bürger gelockert. Seitdem spürt man einen starken Aufwärtstrend bei Gästen aus Fernost“, sagt Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart Marketing GmbH. Und der Aufwärtstrend sei lange nicht vorbei, denn erst 15 Prozent der chinesischen Bürger haben einen Reisepass. Die Zahl wird laut Dellnitz weiter steigen. „Die Chinesen wollen die Welt kennenlernen und da gilt Europa und allen voran Deutschland als Reiseziel Nummer eins.“

Aus diesem Grund hat sich Stuttgart als erste offizielle China Pay City Deutschlands positioniert. Man hat dazu spezielle digitale Bezahlsysteme für chinesische Touristen eingeführt. Dabei wurden die beliebtesten chinesischen Online-Bezahlsysteme Ende 2018 in zahlreichen Stuttgarter Betrieben eingeführt. Und auch die Reisegewohnheiten der chinesischen Touristen ändern sich. „Früher sind Chinesen viel mehr in Gruppen gereist und haben aus diesem Grund auch in eher unterklassigen Hotels gewohnt. Mittlerweile kommen viele ein zweites Mal und fühlen sich so selbstbewusst, dass sie viel mehr individuell reisen. Gleichzeitig nächtigen sie dadurch auch in Hotels des oberen Segments.“ Dennoch lasse sich feststellen, dass sie am ehesten an der Unterkunft sparen. „Sie geben ihr Geld lieber beim Shopping aus“, so Dellnitz. Vor allem Breuninger ist als Ziel sehr gefragt.

Ganz oben auf der Liste der besuchten Sehenswürdigkeiten liegt dabei das Cannstatter Mercedes-Benz Museum. „Wenn wir in China sind, machen die Menschen dort große Augen, wenn wir von unserer Automobilindustrie sprechen. Das Museum ist der perfekte Ort, um diese zu erleben, sie verbindet Technologie, Innovation und den deutschen Erfindergeist“, so der Stuttgart Marketing Chef. Weiterhin ist auch das Volksfest sehr gefragt, genauso wie die Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte im Kurpark.

Dies bestätigt auch der Cannstatter Stadtführer Stefan Betsch: „Die Wiege des Automobils ist nach wie vor ein Anziehungspunkt, vor allem für Menschen aus Ostasien.“ Gesucht werde das Heimelige und Historische und das gebe es hier zur Genüge. So seien seine Gäste immer wieder beeindruckt von der 2000-jährigen Geschichte der Sauerwasserstadt. „Anzumerken ist sicherlich noch, dass Touristen Bad Cannstatt als viel liebenswerter und schöner sehen als die Einheimischen es oft tun.“ Doch nicht nur die Zahl der Touristen aus dem Land der aufgehenden Sonne wächst, auch aus vielen anderen Teilen der Welt kommen die Menschen nach Stuttgart. Im letzten Jahr rund zwei Millionen Gäste.

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