Die beiden gerade einmal acht Wochen alte Schneeleoparden wagten sich gestern erstmals ins Freie Foto: Wilhelma Stuttgart / Inga Daute - Wilhelma Stuttgart / Inga Dauter (z)

Große Freude in der Wilhelma, nach sechs Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den Schneeleoparden. Vor acht Wochen brachte Kailash zwei gesunde Jungtiere zur Welt.

Bad Cannstatt Große Freude in der Wilhelma, nach sechs Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den Schneeleoparden. Der Zoologisch-Botanische Garten hatte die Felsenanlage für die Großkatzen umfangreich umgebaut, um ihnen Aufzuchtbedingungen zu bieten. Vor acht Wochen folgte der Lohn: Kailash brachte zwei gesunde Jungtiere zur Welt. Nachdem sie zunächst in der Wurfbox heranwachsen durften, wagten sich die Zwillinge gestern zum ersten Mal unter den wachsamen Augen ihrer Mutter nach draußen.

Kailash und ihr Partner Ladakh hatten die im März 2018 eröffnete Gebirgslandschaft gut angenommen und teilten sich einen Liegeplatz. „Wir schreiben uns immer die Daten auf, an denen der Kater auffällig an seiner Katze interessiert ist“, erklärt Tierpfleger Andreas Wössner. „So haben wir im Blick, wann wir ungefähr mit Nachwuchs rechnen können.“ So wurde für Kailash im März schon einmal die Wurfbox im Innengehege vorbereitet. „Wir haben ein Bäuchlein gesehen und gehofft, dass wir nicht nur zu gut gefüttert haben“, so Wössner. „Einen Monat vor der Geburt hat sie sich dann nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber in die Wurfbox zurückgezogen.“ Ihre Jungtiere brachte Kailash am 29. April schließlich ganz unbeobachtet zur Welt.

Auch in den folgenden Tagen wich sie ihrem Nachwuchs nicht von der Seite. „In der ersten Woche kümmert sich die Katze eigentlich nur um die Jungtiere und frisst selbst nicht“, erzählt der Tierpfleger. Die Welpen wiegen bei der Geburt nur etwa 450 Gramm und sind blind. Erst nach sieben bis zehn Tagen öffnen sie ihre Augen. „Inzwischen schleppt Kailash das Fleisch bereits in die Nähe der Kleinen. Sie probieren schon die ersten Bissen, obwohl Milch im Moment noch ihre Hauptnahrung ist.“ Im Alter von acht Wochen verlassen kleine Schneeleoparden zum ersten Mal ihre Wurfhöhle. Ihre großen Tatzen richtig einzusetzen, will dann erst einmal geübt sein. „Anfangs schleichen sie eher, da schleift der Bauch noch über den Boden“.

Damit die Zwillinge für ihr erstes Abenteuer in der Gebirgslandschaft gut gerüstet sind, stand die erste tierärztliche Untersuchung auf dem Plan. Dabei konnte das Geheimnis um die Geschlechter gelüftet werden: Eine Katze und ein Kater erfreuen sich bester Gesundheit. Nach der Impfung öffnete sich für die kleinen Schneeleoparden zum ersten Mal die Tür zur ihrem neuen Reich: Die am Hang gelegene Freianlage ist dem zentralasiatischen Hochgebirge, dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Schneeleoparden, nachempfunden. Zwischen Granitbrocken, Geröll und Baumstämmen wachsen Latschenkiefer, Enzian und Glockenblume.

Vom benachbarten Gehege aus kann Vater Ladakh verfolgen, wie sein Nachwuchs mit großen Augen die Welt entdeckt. Wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, soll er die Zwillinge persönlich kennenlernen. uli

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