Foto: Sebastian Gall - Sebastian Gall

Oliver Trelenberg hat schon viele Schicksalsschläge hinter sich. Auf dem Fahrrad fasste er neuen Lebensmut. Den will er bei seinen Charity-Rad-Touren durch Deutschland weitergeben.

Bad CannstattFahrradfahren ist für viele nur ein Zeitvertreib mit Familie und Freunden oder auch ein sportliches Work-out, um in Form zu kommen. Für Oliver Trelenberg eröffnete sich mit dem Radeln im Jahr 2009 eine ganz neue Lebensqualität. Davor war sein Lebensweg desolat. 1965 in Schwerte im Ruhrgebiet geboren und danach in Hagen lebend, endet er in häufigem Alkoholkonsum – bis zur Abhängigkeit. 2003 dann die Kehrtwende, er schafft es, mit dem Trinken aufzuhören und begibt sich in ärztliche und therapeutische Behandlung.

Sechs Jahre später entdeckt er das Radfahren für sich. „Ich habe direkt gemerkt, dass ich dadurch positiven Einfluss auf meine seelische Gesundheit spüre“, sagt er kurz vor dem Tourstart. Auch beim nächsten Schicksalsschlag hilft ihm wieder das Fahrrad. 2013 kommt die Diagnose: Kehlkopfkrebs. „Auf dem Fahrrad habe ich da wieder neuen Lebensmut entdeckt.“ 2014 legt er dann unglaubliche 5460 Kilometer mit dem Rad zurück. Alles durch Tages-Radausflüge. Gleichzeitig keimt in ihm die Idee auf, damit Menschen mit ähnlichen Schicksalen zu ermutigen und er ruft das Projekt „Oli radelt“ ins Lebens. Leidenschaft und der gute Zweck werden damit verbunden.

In den nächsten vier Jahren geht er jeweils auf eine Radtour und versucht dabei, an den verschiedenen Stationen durch Vorträge und andere Aktionen Spenden zu sammeln. Seine erste Charity-Tour führt ihn auf 92 Tagestouren (insgesamt 4560 Kilometer) auf Strecken zwischen Rhein und Ruhr. Die Einnahmen kommen dem Deutschen Kinderhospizverein zu Gute. Tour zwei führt ihn auf 5850 Kilometern durchs Ruhrgebiet. Damit wollte er mittellosen Krebspatienten Urlaub ermöglichen. 2017 fiel die Tour etwas kürzer aus. 1460 Kilometer legt er auf dieser Tour zurück und wieder verhilft er damit mittellosen Krebspatienten zu Urlaub. Seine letztjährige Tour führt in wieder in die Heimat: das Ruhrgebiet. 5550 Kilometer verbringt er im Sattel und die Spenden kommen sterbenskranken Menschen zu Gute, denen ein letzter Wunsch erfüllt wurde. „Auf diesen Touren kamen rund 20 000 Euro an Spenden zusammen.“ Die am Dienstag gestartete Tour führt ihn von Stuttgart kreuz und quer durch Deutschland und zurück in seine Heimatstadt Hagen. Alle Spenden gehen dieses Mal in den Topf der „Tour der Hoffnung“, eine Radtour bestehend aus 200 Teilnehmern, die die Aufmerksamkeit auf leukämiekranke Kinder lenken und damit Spenden akquirieren will.

Am Dienstag machte sich Oliver „Oli“ Trelenberg zu seiner vierten Fahrrad-Spenden-Tour durch Deutschland auf. Startpunkt war die Firma Paul Lange & Co in der Hofener Straße. Der im Jahr 2013 an Kehlkopfkrebs erkrankte Ex-Alkoholiker will auf der Tour Spenden für leukämiekranke Kinder sammeln. Verabschiedet wurde er von Jugend- und Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer, Janett Hillmann vom Projekt „Tour de Hoffnung“, den beiden Geschäftsführenden Gesellschaftern von Paul Lange, Barbara Schattmaier und Bernhard Lange, sowie der weiteren Belegschaft.

Das Oliver Trelenberg auch mit dem richtigen Material unterwegs ist, darum kümmert sich Bernhard Lange, den mittlerweile eine persönliche Freundschaft mit Trelenberg verbindet. „Oli stellt seine Krankheit hinten an und fährt stattdessen anderen mit gutem Beispiel und viel Lebensmut voran. Das verdient großen Respekt“, sagt Lange. Nächstes Jahr will er den Tourenradler mit einem E-Bike ausstatten.

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