Thomas Venugopal (links) und Nikolaus Hebding. Foto: Sebastian Gall - Sebastian Gall

Bahnhöfe sind traditionell Müllbrennpunkte. Das Cleanup Network will zusammen mit der DB das nun ändern.

Bad Cannstatt Eine einzige Zigarettenkippe verunreinigt bis zu 40 Liter Grundwasser“ und „In Deutschland werden pro Stunde 320 000 Kaffeebecher zu Müll“ steht auf neuen Plakaten, die am Cannstatter Bahnhof zu sehen sind. Sie sind Teil einer neuen Kampagne der Initiative Cleanup Network und der Deutschen Bahn. Damit sollen Stuttgarter Bahnhöfe sauberer werden.

Neben den Plakaten an den Wänden und auf dem Boden wurden im gesamten S-Bahn-Netz an 13 Standorten 60 neue Aschenbecher installiert. Sechs davon in Bad Cannstatt. Neben den Aschenbechern wurden auch neue Mülleimer angebracht.

„Wir waren direkt Feuer und Flamme für das Projekt und freuen uns als erster Bahnhof deutschlandweit eine Kooperation mit dem Cleanup Network zu fahren“, sagt Nikolaus Hebding, Leiter des Stuttgarter Bahnhofsmanagements. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass an Bahnhöfen, vor allem unter freiem Himmel geraucht wird. Egal ob es verboten ist, oder nicht. Da es schwierig ist, auf allen Stationen zu kontrollieren, will man den Rauchern „die Möglichkeit geben, ihre Kippen ordnungsgemäß zu entsorgen“, so der Bahnmitarbeiter. Für Thomas Venugopal, den Initiator des Cleanup Networks, geht es auch um die Sensibilisierung der Reisenden: „Solche Kampagnen müssen auf jeden Fall im öffentlichen Raum stattfinden, sodass sie sichtbar werden.“

Aus einer privaten Putzaktion Venugopals im letzten Jahr ist in der Zwischenzeit ein deutschlandweites Netz an Putzern entstanden. 20 000 Bürger engagieren sich ehrenamtlich im Umweltschutz. Etwa 380 davon in Stuttgart. Diese veranstalten monatliche Putzevents, auch in Bad Cannstatt. Mittelfristig ist das Ziel des Vereins, auch lokale Politiker mit der Aktion vertraut zu machen. „Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr noch eine Putzaktion mit allen Stuttgarter Parteien auf die Beine stellen“, sagt der Initiator. Langfristig soll die Initiative internationalisiert werden.

Weitere Unterstützung erhält die Kampagne auch von Elftklässlern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Diese arbeiten derzeit an einem Filmprojekt zur Nachhaltigkeit, das auch einige Szenen zu Müll enthält. Die Schüler helfen bei der Verteilung von Taschenaschenbechern, die zum Teil aus recycelten Pappbechern und Kippen bestehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: