Im Leuze-Bad gibt es derzeit noch bis zu den Sommerferien Bauarbeiten beim Kinderbecken. Dieses soll erweitert werden. Ein paar Besucher kritisieren den Lärm, andere zeigen Verständnis, kritisieren aber die gestiegenen Preise. Foto: Iris Frey - Iris Frey

Baulärm ist bei Leuzebesuchern ein großes Thema. Zum einen wird im Bad selbst der Außenbereich beim Kinderbecken erweitert, zudem gibt es die Baustelle am Leuzeknoten – und die bereits seit 2014.

Bad CannstattBaulärm ist bei Leuzebesuchern ein großes Thema. Zum einen wird im Bad selbst der Außenbereich beim Kinderbecken erweitert, zudem gibt es die Baustelle am Leuzeknoten – und die bereits seit 2014. Nicht alle Badegäste bleiben bei dem Lärmpegel gelassen. So auch Hanspeter Katz: „Das Außenbecken ist seit Monaten abgesperrt und eine Baustelle, die einen Großteil des Freibereichs belegt“. Auch auf der anderen Seite werde gearbeitet. Die Nutzung des Freibereichs sei daher sehr eingeschränkt, so Katz, der sich mit seiner Kritik an den Eigenbetrieb Bäderbetriebe gewandt hat. „Bei einem dröhnenden Presslufthammer ist Entspannung auf der Liegewiese nicht möglich.“ Selbst im Inneren und in den Ruheräumen sei der Krach zu hören gewesen. Was dem Badegast zudem sauer aufstößt: Die Preiserhöhung – trotz besagter Baustellen. Für ihn sei es das letzte Mal, dass er diesen Sommer dort war, und bei seiner Beschwerde und der Forderung nach Teilrückerstattung des Eintrittspreises sei er nicht der einzige gewesen, der sich das überlege, so Katz. Er ist enttäuscht, dass das Leuze nicht mit Sonderangeboten versucht, solche Einschränkungen zu mindern.

Die Kritik vieler Leuzebesucher ist bei den Verantwortlichen der Bäderbetriebe angekommen. „Doch irgendwann müssen wir unsere veralteten Bereiche sanieren und modernisieren“, bittet Bädersprecher Jens Böhm um Verständnis. Generell wolle der Eigenbetrieb die Nachteile für die Besucher so gering wie möglich halten. Aus diesem Grund sei auch die Modernisierung des Foyers auf 2024 oder 2025 verschoben worden. „Wir planen im Zuge des neuen Bäderkonzeptes für das Leuze eine Generalsanierung“, so Jens Böhm. Dann werden viele Einrichtungen wie etwa die Umkleidekabinen auf Vordermann gebracht. Auch das MineralBad Cannstatt steht auf der Sanierungsagenda der Bäderbetriebe. Denn auch hier seien Saunabereiche und Umkleidekabinen in die Jahre gekommen.

Badegäste zeigen Verständnis

Beim Besuch im Leuze am späten Vormittag hält sich Anfang dieser Woche der Baulärm in Grenzen. Mit Aufstellern und Plakaten wird auf das Maßnahmenpaket hingewiesen und um Verständnis gebeten. Das zeigen auch viele Stammgäste wie etwa der Cannstatter Manfred Miler, der täglich im Leuze schwimmt. „Mich stört der Lärm nicht“, sagt der 75-Jährige. Gleicher Tenor bei Hermann Ehmer. Der 76-Jährige stört sich mehr an der Erhöhungen der Preise und die Reduzierung der Zeiten von drei auf zwei Stunden. „In der Zeit schafft man die Sauna nicht und muss nachzahlen“, so Ehmer. Und dabei wollen sie doch die Bezahlvorgänge vermindern. Das klappe so nicht. Auch Ruth Fischer aus Stuttgart fühlt sich nicht belästigt: „Irgendwann müssen die Arbeiten nun einmal erledigt werden“, so die 76-Jährige. Doch sie könnte sich ein Entgegenkommen des Bades wegen der Baustellen schon vorstellen, zumal auch die Rentnerin die veränderten Tarife kritisiert. „Der Lärm stört mich nicht, aber die preislich zeitliche Reduzierung auf zwei Stunden“, sagt Arno Fischer. Da lohne sich die Sauna nicht. „Was notwendig ist, muss gemacht werden – man kann deswegen das Bad nicht schließen“, so die Meinung von Julius Härer. Der 73-Jährige fährt regelmäßig von Plüderhausen in den Stuttgarter Osten und zeigt – wie viele Badegäste – Verständnis.

Vor den Ferien fertig

„Zum Start der Sommerferien sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein“, sagt Jens Böhm. „Einen Preisnachlass haben wir allerdings nicht vorgesehen.“ Da seit einiger Zeit keine Bautätigkeit am Leuzetunnel stattfinde, erreichten die Bäderbetriebe hierzu auch keine Beschwerden. Wobei die Gäste natürlich wissen, dass sie keinen Einfluss auf die Baustelle haben. „Zur aktuellen Lärmbelästigung liegen uns jeweils vier schriftliche und telefonische Beschwerden vor. Mündliche Beschwerden werden nicht erfasst, aber treten häufiger auf. Wir werben jedoch um Verständnis“, so Böhm. Wenn Veränderungen und Neuerungen passieren, habe das leider oft mit Beeinträchtigungen zu tun.

Was die Besucherzahlen angehe, so zählten die Bäderbetriebe im Leuze im Juni des vergangenen Jahres 49 436 Gäste und in diesem Jahr 62 188. „Wir sind sehr zufrieden“, so Böhm. Es gebe keinen Besucherrückgang aufgrund des Lärms.

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