Fast 50 000 Menschen leben im Innenstadtbezirk Stuttgart-Ost. Foto: Manfred Storck - Manfred Storck

Heute ist um 19 Uhr Einwohnerversammlung in Stuttgart-Ost in der Turn- und Versammlungshalle der Raichberg-Realschule, Schönbühlstraße 90. Dann stellt sich OB Fritz Kuhn den Fragen der Bürger.

Stuttgart-OstNach sieben Jahren findet wieder eine Einwohnerversammlung im Stadtbezirk Stuttgart-Ost statt. Heute, 19. November, eröffnet Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier um 19 Uhr die Veranstaltung in der Turn- und Versammlungshalle der Raichberg-Realschule, Schönbühlstraße 90. Nach der Einführungsrede durch OB Fritz Kuhn können Fragen an ihn und die Bürgermeisterriege gestellt, Kritik geübt oder Verbesserungsvorschläge gemacht werden.

Zeit wird’s, werden sich die Bewohner des Stuttgart Osten sagen. Denn eigentlich sind die Zeiträume zwischen den Einwohnerversammlungen schon recht lang. 2003, 2011 und jetzt nach sieben Jahren wieder ein Ausspracheabend mit dem Rathaus-Chef und seiner Bürgermeisterriege. Und allein bei einem Blick aufs Podium wird klar, dass sich in Stuttgart seit dem letzten Gastspiel der Verwaltungsspitze kommunalpolitisch einiges verändert hat: Der einstmals „rote Osten“ und eine Hochburg der SPD hat seit 2014 mit Tatjana Strohmaier (CDU) eine „schwarze“ Bezirksvorsteherin und Stuttgart mit Fritz Kuhn den ersten Grünen Bürgermeister einer deutschen Großstadt.

Viel Schleichverkehr

Eines hat sich jedoch seit der letzten Einwohnerversammlung nicht verändert: Das Hauptthema, mit dem sich die Verwaltungsspitze konfrontiert sehen wird, ist das massive Verkehrsaufkommen, das den Stuttgarter Osten nicht nur zur Volkfestzeit und den Heimspielen des VfB Stuttgart belastet.

Denn täglich wird der Innenstadtbezirk von Automassen belastet, die über die Bundesstraßen B10 und B14/29 sich in Richtung B27 und A8 bewegen. Um die Ortsdurchfahrt zu entlasten, wird seit Jahren die Filderauffahrt diskutiert, die Hedelfingen und Lederberg umfährt und an die Mittlere Filderstraße weiter zur A8 anschließt. Alternativ untersucht das Land einen Tunnel zwischen dem Dreieck Neckarpark und der B27 bei Möhringen. Die Regionalversammlung will das Projekt weiterverfolgen. Die Stadtverwaltung wird zusätzlich die Machbarkeit und das Entlastungspotenzial eines „Ostheimer Tunnels“ prüfen, welcher von der Talstraße unterirdisch bis zum Gebhard- Müller-Platz führen würde.

Etliche Sanierungsgebiete

Auch das hohe Verkehrsaufkommen auf der Gablenberger Hauptstraße muss reduziert werden, um dem beginnenden „Trading-down-Effekt“ – einer Fluktuation von Bewohnern und Gewebetreibenden – entgegenzuwirken. Im Rahmen eines Sanierungsvorhabens soll nicht nur der Verkehr reduziert, sondern auch die Aufenthaltsqualität gestärkt und der öffentliche Raum mitsamt Schmalzmarkt attraktiv umgestaltet werden. Zum Umbau der Gablenberger Hauptstraße existiert ein Ideenentwurf aus dem Städtebaulichen Wettbewerb 2017, der bei Bewohnern jedoch umstritten ist. Daher wird die Bürgerbeteiligung im kommenden Jahr fortgeführt.

Es gibt aktuell drei Sanierungsgebiete: Stuttgart 24 – Ost – wurde im Jahr 2006 eingerichtet und soll 2019 aufgehoben werden. Stuttgart 29 – Teilbereich Stöckach – hat als einen zentralen Bestandteil die Aufwertung des Stöckachplatzes. Hier steht unter anderem ein neues Stadtteil- und Familienzentrum nebst Wohnungsbau sowie Einkaufsmöglichkeiten in der Hackstraße 2 (ehemalige Hauswirtschaftliche Schule) im Vordergrund und soll bis 2021 erstellt werden. Auch die Villa Berg ist mit ihrem Park seit 2014 Teil dieses Sanierungsgebietes. Ein Konzept zur Wiederherstellung und Weiterentwicklung der Parkanlagen wurde bereits entwickelt und wird zurzeit detailliert geplant.

Stuttgart 30 – Gablenberg – ist mit 24,4 Hektar ein weiteres Großprojekt. Auch hier sollen Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil aufgewertet werden. Zu den Aufgaben gehören Erhalt und Verbesserung der historischen Stadtstruktur, Sicherung und Stärkung des Stadtteils in seiner Wohn-, Arbeitsund Versorgungsfunktion sowie Entwicklung und Ausbau zusammenhängender Grünstrukturen.

Für ein weiteres Sanierungsgebiet Stuttgart 32 – Gaisburg – werden vorbereitende Untersuchungen bis zum Sommer 2019 durchgeführt und ein Maßnahmenkatalog erstellt. Im September 2018 fand dazu ein Workshop nach dem Abschluss der Bürgerbefragung statt: Dabei waren Ideen und Wünsche für Sanierungsmaßnahmen gefragt. Der Antrag zur Aufnahme des Gebiets in ein Förderprogramm soll für das Programmjahr 2020 erfolgen.

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