Sarah Tschoder von der HSG Oberer Neckar versucht Manuela Weber von der HSG Gablenberg-Gaisburg aufzuhalten. Foto: Strehlow - Strehlow

Die Handballerinnen der HSG Gablenberg-Gaisburg besiegen zum Saisonauftakt nach tollem Kampf die favorisierte HSG Oberer Neckar mit 17:13.

Stuttgart-OstEin Auftaktspieltag hält häufig Überraschungen bereit – auch in der Bezirksklasse der Frauen. Im Stuttgarter Derby am vergangenen Samstag besiegte die HSG Gablenberg-Gaisburg überraschend den Vorjahresdritten und favorisierten HSG Oberer Neckar mit 17:13 (6:5).

Als wenige Sekunden vor Schluss die ersten zwei Zähler der Saison in trockenen Tüchern waren, kannte die Sporthalle am Stöckach kein Halten mehr: Lautstark ließen sich die Damen der HSG Gablenberg-Gaisburg vom heimischen Publikum für ihren Überraschungssieg zum Auftakt feiern, während in der etwas ruhigeren Umkleidekabine der neue Ga-Ga-Coach erst einmal tief durchatmen musste. „Von einem Sieg sind wir definitiv nicht ausgegangen, aber wir haben auch viel investiert dafür“, so ein überglücklicher Andreas Andert, der vor allem die Moral seiner Mannschaft lobte.

Daran, dass sie sich für die Auftaktpartie gegen die HSG Oberer Neckar einiges vorgenommen hatte, ließ diese nämlich von Minute eins an keinen Zweifel: Wie die Feuerwehr legten die Gastgeberinnen im Derby los – und rangen den Vorjahresdritten dabei förmlich zu Boden. Kaum ein Durchkommen ließ das körperbetonte Defensivspiel der Ga-Gas in den Anfangsminuten zu und so haderte man bei der HSG Oberer Neckar vor allem mit der fehlenden Effizienz im Abschluss. Besonders Stefanie Mayer verhinderte im stetigen Kampf am Kreis die meisten gefährlichen Anspiele auf Laura Eitler, die als sonst gefährliche Kreisläuferin der HSG Oberer Neckar kaum zur Geltung kam. Ein Abwehrverhalten, das auch Ga-Ga-Coach Andert zu loben wusste: „Das Spiel wurde in der Verteidigung gewonnen. Hier bin ich besonders in der ersten Hälfte sehr zufrieden gewesen mit der Mannschaft.“

Auch die nach Spielende sichtlich enttäuschte Gegenseite zollte der Spielgemeinschaft aus dem Stuttgarter Osten für die Leistung gehörig Respekt. „Die Ga-Gas haben klar den größeren Willen gezeigt“, sagte Trainer Andreas Leupold. So sehr er dem Stadtkonkurrenten zum Sieg gratulierte, regte den erfahrenen Coach aber eine weitere Sache auf: „Leider waren nicht alle am Spielfeld so engagiert und mit dem Kopf dabei wie die beiden Mannschaften.“ Der Wink geht dabei ganz klar an den Schiedsrichter, der für Leupold ab dem Platzverweis seiner Schlüsselspielerin Kathrin Trunzer in der 19. Minute „eine einseitig gepfiffene Partie“ zeigte. Die Spielerin war zuvor, unbestritten gerechtfertigt, wegen Beleidigung des Unparteiischen vom Platz geflogen. Einzig was dem folgte, war für den Trainer unbegreiflich. Zahlreiche Fehlentscheidungen, wie ein nicht gegebenes Tor in der Schlussphase, hätten seiner Mannschaft die Nerven gekostet, so Leupold – und schlussendlich einen guten Start in die Saison.

Den konnte dafür die HSG Gablenberg-Gaisburg feiern. Die HSG Oberer Neckar ließ sich zwar nicht einfach abwimmeln und zog in einem zum Schluss immer dynamischer werdenden Spiel rasant hinterher. Doch am Ende konnte es selbst Topwerferin Andrea Lindermayr von der HSG Oberer Neckar nicht mehr verhindern. Mit unbändigem Willen, einer starken Defensivleistung und den richtigen – wenn auch ausbaufähigen – Akzenten im Angriff, schafften die Gastgeberinnen die Überraschung: Einen 17:13-Auftaktsieg gegen die starke Konkurrenz vom Oberen Neckar .

HSG Gablenberg-Gaisburg: Sandra Eleftheriadis (im Tor), Cosima Döpper, Anja Weber-Decker, Katharina Winkler, Kim Nakic, Manuela Weber, Elena Born (1), Stefanie Mayer (5/1), Marta Emer, Tanja Karle (1), Kim Konermann (4), Linda Emer (4), Madlen Keilhauer, Pia Koschke (2).

HSG Oberer Neckar: Nadine Hipp, Nicole Walz (beide im Tor); Paulina Sophia Strobel, Kathrin Trunzer, Pia Saschin (2/1), Nikoletta Dovridou (2), Laura Eitler, Katja Beeg, Petra Wagner, Katja Koch, Andrea Lindermayr (5), Sarah Tschoder (2), Amelie Mischke (2).

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