Henny Stamer hatte im Stamerhof auf dem Volksfest auch schon Anita (links) und Alexandra Hofmann zu Gast Foto: Archivfoto: Edgar Rehberger - Archivfoto: Edgar Rehberger

40 Jahre lang betrieb Familie Stamer ein Weinzelt auf dem Volksfest. 2012 wurde der Stamerhof nicht mehr zugelassen. „Das ist abgehakt“, sagt Henny Stamer und blickt auf 20 Jahre Eisbahn auf dem Schlossplatz.

Bad CannstattHenny Stamer steht auf dem Schlossplatz und strahlt. Seit 20 Jahren wird die Eisbahn dort aufgebaut. Begonnen 1999 noch in der Baumallee mit kleiner Eisfläche, eröffnet vom damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Schuster hat sich der „Wintertraum“ zur Erfolgsgeschichte entwickelt. „Wir waren bundesweit die erste innerstädtische Eisbahn“, erzählt Stamer stolz. Inzwischen hat nahezu jede Stadt eine. Der „Wintertraum“ wird mittlerweile auf der Planiewiese – „Das war Wunsch des Landes“ – aufgebaut und ist mit den Buden davor zum Gesamtensemble gewachsen. „Wir, mein Geschäftspartner Stefan Kinzler und ich, haben unseren Traum vom Schlittschuhlaufen unter freiem Himmel mitten in der Stadt umgesetzt.“ Und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Vertrag mit dem Land, dem die Fläche gehört, ist verlängert.

Da verwundert es nicht, dass Henny Stamer zufrieden nach vorne blickt. „Wenn ich etwas aufhöre, ist die Sache für mich auch gelaufen und abgehakt.“ So wie ihre Zeit auf dem Cannstatter Volksfest. Nach Ausbildung in der Hotelbranche und Stationen auf der Bühler Höhe, in Genf und Paris kehrte sie nach Bad Cannstatt zurück und übernahm das Weinzelt ihres Vaters Wilhelm, das sie zum Stamerhof weiter entwickelte. Mit ihrem Bruder Ernst übernahm sie die Gastronomie im Blühenden Barock, die Kursaalgastronomie, das Lausterer in der Innenstadt. Dazu kam die Tätigkeit als CDU-Bezirksbeirätin im Bezirksbeirat Ost und als Schöffin im Landgericht Stuttgart. Das ist alles Geschichte.

Nach 50 Jahren aktiv in der Gastronomie steht nur noch der „Wintertraum“ auf ihrer Liste. Aber auch der bindet Zeit. „Die Vorbereitungen und Planungen beginnen im August, abgeschlossen ist alles dann im Februar.“ Während des Betriebs ist sie täglich Vorort. Das restliche halbe Jahr genießt sie die Muße. „Das schätze ich sehr.“ Oft ist sie mit ihren Hund in den Weinbergen unterwegs. „Ich bin sehr weinaffin.“ Da entwickelt sie auch viele Ideen. Interessant sei auch zu sehen, wie sich die Stadt entwickelt. „Da hat sich in den letzten 20 Jahren viel getan.“ Stamer sieht sich inzwischen als Stadtmensch. „Ich bin weit weg vom Wasen und nur noch als Gast dort.“ Da ist sie rigoros. Viele Jahre war sie im Schaustellerverband aktiv, war auch Vorsitzende, folgte da den Spuren ihres Vaters. „Als Schaustellerin habe ich mich aber nie gesehen. Ich bin Gastronomin.“ Und gibt ihre Erfahrungen in ihrer Firma Gastro Event Consulting weiter. Im Stamerhof auf dem Volksfest hat sie einige Ideen umgesetzt, ihre Gäste immer wieder überrascht. So traten Magier Thorsten Strotmann oder Anita und Alexandra Hofmann auf. Auch die Einrichtung stach ins Auge. Dennoch erhielt sie fürs Volksfest 2012 keine Zusage mehr – Aus fürs Weinzelt nach 40 Jahren. „Der Abschied war nicht sehr elegant.“ Sie klagte dagegen, das Gerichtsverfahren endete in einem Vergleich. Die Nachfolger an diesem Standplatz hatten kein Glück. Marco Grenz hatte sein Württemberg-Haus nur ein Volksfest. Für die Wasen-Alm von Uwe Schmid war nach zwei Veranstaltungen 2017 Schluss. „Der Standplatz scheint irgendwie verflucht zu sein“, sagt Henny Stamer mit einem Augenzwinkern.

Auf dem Schlossplatz läuft es gut für sie und den „Wintertraum“. Mittlerweile begibt sich die zweite Generation aufs Eis. „Die waren schon als Kinder bei uns und kommen jetzt mit ihren Kindern.“ Gleiches gilt für die Mitarbeiter. Auch da arbeiten inzwischen die erwachsenen Kinder mit. Stamer setzt erfolgreich auf die Familie. Da verwundert es nicht, dass sie strahlend am „Wintertraum“ anzutreffen ist.

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