Foto: Iris Frey - Iris Frey

Jasmin Meergans aus Neugereut ist eine der Jüngsten im Stuttgarter Gemeinderat. Sie ist neu in das Gremium gewählt worden und freut sich auf ihre neuen Aufgaben in der SPD-Fraktion.

Neugereut In unserer Serie stellen wir die neuen Stadträte aus unserem Verbreitungsgebiet vor, die nun nach der Kommunalwahl im Gemeinderat sitzen. Heute: Jasmin Meergans. Sie ist mit ihren 24 Jahren eine der jüngsten Stadträte im Gemeinderat. Sie freut sich sehr auf die neue Aufgabe nach einem anstrengenden Wahlkampf, den sie als „großen Kraftakt“ beschreibt. Seit 2014 ist sie stellvertretendes Mitglied der SPD im Bezirksbeirat Mühlhausen gewesen. 2013 ist sie nach Stuttgart gekommen. „Da war ich schon SPD-Mitglied.“ Geboren ist sie in Korbach in Nordhessen. Dass sie gerne Stadträtin werden will, hat sie sich schon vor zwei Jahren überlegt, als sie die Erfahrung machte, dass sich der Bezirksbeirat tief reinkniet in die Themen, aber letztendlich nicht entscheiden könne. Seit 2014 ist sie Sprecherrätin beim Arbeitskreis Asyl und macht Lobbyarbeit für Geflüchtete. Da war sie auch im Sozialausschuss und hat die Themen verfolgt. Zuerst hat Meergans in Hofen gewohnt und sich dort auch in der Flüchtlingsunterkunft engagiert. Angefangen hat sie mit Hausaufgabenbetreuung. In Hofen begann sie auch eine zunächst sechsköpfige syrische Familie in Patenschaft drei Jahre zu begleiten. Diese wohnt nun in Nordrhein-Westfalen, sie habe aber immer noch telefonisch Kontakt. Bei der Flüchtlingsarbeit hat sie viele praktische Erfahrungen gesammelt, auch im Umgang mit Ämtern, Schulen und Kitas. „Ich konnte keinen Arbeitslosengeld-II-Antrag ausfüllen“, erklärt sie. Sie habe viel über die Rahmenbedingungen in Behörden erfahren.

An politischen Themen beschäftigt sie sich bereits mit Schulsanierungen. „Beim Schulverwaltungsamt hängt es an allen Ecken“, sagt sie. Zum Thema Wohnungsnot und dem geplanten Baugebiet Schafhaus, erklärt Meergans: „Der Druck ist so groß, es sollte bei einem so großen Gebiet darauf geachtet werden, wie die verkehrliche Erschließung ist und wie es mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.“ Sie sieht das Schafhaus-Gebiet als große Chance, auch den Schleichverkehr im Ort mit zu beseitigen. Sie weiß, dass „unglaublich viele neue Wohnungen gebracht werden, dass 13 000 Wohnungen zu wenig gebaut worden seien“. Sie setzt die Priorität auf Neubauten und spricht sich für Milieuschutzsatzungen aus. Beim Klimaschutz sagt sie, „müssen wir an die Ursachen ran und Treibhausgasemissionen reduzieren“. Sie plädiert dafür, 100 Millionen Euro aus dem Klimaschutzpaket von OB Kuhn für energetische Sanierungen für Privateigentümer zu verwenden. Auch die soziale Komponente sei ihr beim Klimaschutz wichtig. Ihr Fokus liege auf den Bereichen Bildung, wo sie sich ganzheitlich einsetzen kann. Sie ist Mitglied im Gleichstellungsbeirat, im Sozial- und Gesundheitsausschuss, im Jugendhilfeausschuss und im Schulbeirat. Zudem ist sie zusammen mit Stefan Conzelmann stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Bei ihrem Studium der Chemie und Mathematik auf Lehramt will sie im Oktober das Staatsexamen ablegen und nach den Weihnachtsferien ein Referendariat beginnen. Dazu die Arbeit als Stadträtin. „Es gibt eineinhalb sehr stressige Jahre.“

Meergans, deren Mutter aus dem Senegal stammt, möchte nächstes Jahr die Heimat ihrer Mutter besuchen. „Wir haben dort viel Familie.“ Ihre Tätigkeit als Stadträtin werde von ihrer Familie begrüßt. Ursprünglich ist sie zur SPD, weil sie sich neben der Schule politisch bilden wollte. Daraus sei nun entstanden, dass sie sich gerne um Anliegen anderer Menschen kümmere. „Diese Nähe finde ich toll.“ Auch, dass sie etwas umsetzen kann. Auf die Einsetzung hat sie sich sehr gefreut. „Ich freue mich auf die sehr spannende Zeit“, sagt die 24-Jährige, in der sie sich für jede Sache neue Verbündete suchen muss. Spannend sei, dass es einen großen Generationswechsel im Gemeinderat gebe.

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