Laue Sommernächte prägten den September in Stuttgart. Foto: dpa/Christoph Schmidt - dpa/Christoph Schmidt

Der September war aus Sicht der Meteorologen nicht sonderlich auffällig: Zwar präsentierte er sich warm, trocken und sonnenreich, neue Rekordwerte aber wurden nicht verbucht.

Untertürkheim I s t Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag’. So lautet eine alte Bauernweisheit. Ein sonniger 1. September lässt demnach auf gutes Wetter im gesamten Monat schließen. In der Tat war der September 2019 überwiegend von schönem Wetter geprägt: Nicht nur am 1. September (Ägiditag), als der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf dem Schnarrenberg eine Tageshöchsttemperatur von 24,0 Grad Celsius registrierte, war es spätsommerlich warm in Stuttgart. Gleich an weiteren 13 Tagen wurden Temperaturen von über 20 Grad gemessen, an drei Tagen davon lagen sie gar über 25 Grad – meteorologisch gelten sie als Sommertage. Das sei allerdings einer weniger als im Langzeitvergleich, räumt Andreas Pfaffenzeller vom DWD ein. Nach Einschätzung des Meteorologen ist dieser September eher unauffällig verlaufen. „Es wurden keine neuen Rekordmarken aufgestellt.“ Der September 2018 zum Beispiel war insgesamt wärmer und trockener.

Gleichwohl hat der vergangene September statistisch betrachtet seine Besonderheiten: Auch er ist zu warm gewesen, zieht Pfaffenzeller Bilanz. Am 15. September wurde mit 26,5 Grad der höchste Wert des Monats gemessen. Die durchschnittliche Tagestemperatur lag bei 15,8 Grad und damit 1,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Dieser Wert, meint der Experte, sei „nicht zu vernachlässigen“ – auch, wenn schon deutlich größere Abweichungen verzeichnet wurden. So lag in den Jahren 2016, 2006 und 1999 die Durchschnittstemperatur bei 18,1 Grad. Der kälteste Wert im vergangen Monat wurde am Morgen des 20. Septembers mit 4,5 Grad gemessen.

Was die meisten Stuttgarter wohl gefreut haben wird: Der September war recht sonnenreich. Insgesamt gab es 194,2 Sonnenstunden, das seien 116,4 Prozent über dem Durchschnitt. „Aber auch hier gab es schon mehr“, berichtet der Wetterexperte. Der Rekord stamme aus dem Jahr 1959, da schien die Sonne im September 306,2 Stunden lang. Dafür gab es in vergangenen Monat kaum Regen: Die Niederschlagsmenge beträgt 41,6 Millimeter. Das seien 78 Prozent dessen, was im September üblich sei, so Pfaffenzeller. Der meiste Regen fiel übrigens am 8. September, als allein 13,1 Millimeter niedergingen – ausgerechnet an Mariä Geburt: Wie sich das Wetter an jenem Tag verhält, so ist es noch weitere vier Wochen bestellt, lautet eine weitere Bauernregel. Doch diese Weisheit bestätigte sich nicht: An den folgenden 13 Tagen gab es so gut wie keinen Niederschlag.

Wie geht es mit dem Wetter weiter? Der Auswertung langjähriger Aufzeichnungen zufolge folgt in etwa 62 Prozent der Fälle einem warmem September ein warmer Oktober. Im Südwesten Deutschlands erwarten die Meteorologen in den nächsten Tagen jedoch herbstliches Wetter. Sonne und Wolken werden sich abwechseln, vereinzelt sind Regenschauer möglich. Es werden Temperaturen um die 15 Grad erwartet.

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