Frau vermag alles heißt dieses Bild von Franziska Rommel. Foto: Miriam Wilke (z) - Miriam Wilke (z)

In der Cannstatter Galerie Wiedmann sind Bilder von Franziska Rommel (1938 bis 2010) zu sehen. Die Vernissage ist am 25. Mai.

Bad CannstattIn der Galerie Wiedmann gibt es eine neue Ausstellung: Es werden Werke von Franziska Rommel gezeigt, die in Stuttgart Malerei studiert hat. Rommel ist 1938 in Heidenheim geboren und 2010 in Heilbronn verstorben. Sie hat von 1960 bis 1964 Freie Malerei an der Kunstakademie Stuttgart bei den Professoren Trökes, Sohn und Appelhans studiert. Rommel malte in Öl auf Leinwand. Es entstanden dabei Motive mit kraftvollen Frauen, die voluminös erscheinen, in sich selbst ruhen.

In den Bildern drückt sich ihre Beobachtungsgabe aus, in der auch viel Einfühlungsvermögen steckt. Die Frauen vermitteln aber auch Stärke: Etwa die Frau im Bild „Frau vermag alles“ von 2005, die auf einem Besen durch die Luft fliegt über eine hügelige Landschaft und dabei bis über beide Ohren lächelt und damit eine optimistische Haltung einnimmt. Die fliegende Frau schafft alles. Surreales fehlt ebenfalls nicht im Werk: Etwa im Bild „Schwebende Frau“ von 2004, in der eine Frau mit fröhlichen Lächeln im Gesicht auf mehreren Baumwipfeln ruht. Auch hier zeigt sich der Ausdruck von Kraft und Großzügigkeit. Mit dem Thema Alter hat sie sich auch malerisch beschäftigt: So hat sie ein Paar auf einem weißen Sessel sitzend gemalt, er umarmt sie, die die Hände gefaltet auf dem Schoss hält. „Die Altgewordenen“ nennt sie das Bild 2004. Gesellschaftliche Bedeutung eines Empfangs streicht die Künstlerin im Bild „Der Empfang“ von 2006 heraus. Die abgebildeten Frauen tragen Röcke, chice Hüte und hohe Schuhe. Landschaftsstimmung gibt es beispielsweise im „Wolkenhimmel“ von 2005 zu erleben, in dem sie aquarellartig Wolken mit durchscheinendem Licht gemalt hat.

Rommel hat 1964 den Jugendpreis der Stadt Ulm bekommen und erlebte längere Aufenthalte in Frankreich und Spanien. Sie lebte und arbeitete von 1978 bis 1988 in Kalifornien und absolvierte in den achtziger Jahren eine indianische Goldschmiedelehre in Kalifornien. Nach der ersten Einzelausstellung 1962 in Bad Liebenzell folgten zahlreiche nationale und internationale Einzelausstellungen.

Die Ausstellung wird am Samstag, 25. Mai, um 19 Uhr in der Galerie Wiedmann, eröffnet. Die Einführung hält die Tochter von Rommel, Miriam Wilke. Eine literarische Annäherung gibt es von Gerda Wittmann-Zimmer. Sie liest aus ihrem Buch über die Künstlerin „Im freien Fall“. Musikalische Interpretationen am Klavier gibt es von Michel Sallowsky.

Die Ausstellung in der Galerie Wiedmann, Tuchmachergasse 6, ist bis 27. Juli zu sehen, dienstags bis freitags, von 10 bis 18 Uhr, samstags, von 10 bis 16 Uhr.

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