Bianca Pinter (rechts) und Lena Stroh sind froh, Dobby wieder zu haben. Foto: privat Foto:  

Bei einem Spaziergang in Rotenberg hatte sich Hündin Dobby so erschreckt, dass sie fortlief. Monatelang streunte sie im Waldgebiet am Kappelberg. Ihre Besitzerinnen starteten eine verzweifelte Suche – und hatten jetzt Erfolg.

Rotenberg - Kurz nach 4 Uhr in der Nacht auf Mittwoch ist die Falle endlich zugeschnappt. Die Odyssee von Dobby, der Hündin, die ihren beiden Besitzerinnen Ende November entlaufen war und seitdem zwischen Kernen und dem Rotenberg herumstreunte, ist nun nach fast vier Monaten mit einem lauten Knall, als die Tür der Lebendfalle zuschlug, glücklich zu Ende gegangen. „Wir hatten schon fast nicht mehr an ein Happy End geglaubt“, sagt Bianca Pinter überglücklich, und Lena Stroh nickt zustimmend. Selbst beim Finale ließ sich die Mischlingshündin, die einige Jahre auf der Straße in Italien gelebt hatte, bevor die beiden jungen Frauen aus Bad Cannstatt sie im vergangenen Sommer adoptierten, viel Zeit. Einige Stunden schlich Dobby zunächst unschlüssig um die riesige Falle mit dem prall gefüllten Futternapf herum, bevor ihr Hunger letztlich doch größer war als die Angst vor dem Käfig. Mit ihren Pfoten löste die Hündin dann den Mechanismus der Tür aus. „Im ersten Moment ist sie erschrocken, als die Tür herunterfiel, aber dann hat sie sich in aller Ruhe über den Napf hergemacht und alles gefressen“, erzählt Stroh. Stroh und Freundin Pinter, die Falle und Hilfe von Stefan Bröckling, einem Düsseldorfer Tierschützer, bekommen haben, müssen nun nicht mehr Futterstellen im Freien einrichten oder Flyer aufhängen. Vorbei auch die Sorge, dass Dobby ins Visier von Jägern geraten könnte und ein streunender Hund im Revier die Waidmänner zurecht beunruhigt. Der erste Spaziergang mit der - angeleinten - Hündin war für Pinter und Stroh wie eine Erlösung nach den Wochen der Ungewissheit, in denen auch viel Porzellan zerschlagen wurde. Denn viele Jäger fühlten sich von den Besitzerinnen als potenzielle Hundekiller an den Pranger gestellt, nachdem diese im Internet eine Petition gestartet hatten. Die gesamte Jägerschaft in Generalverdacht zu nehmen, sei aber wirklich nie ihre Intention gewesen, sagt Pinter. „Uns hat nur die Sorge um Dobby umgetrieben, wir wollten unseren Hund schützen, deshalb sind wir an die Öffentlichkeit gegangen.“ Dobby hat von all dem Stress vermutlich nichts mitbekommen und sich aufs Überleben konzentriert.

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