Miguel Binder Rodrigo und die HSG Ca-Mü-Max werfen wieder in der Bezirksliga aufs Tor. Foto: /Holger Strehlow

Die Handballerinnen vom Oberen Neckar und der HSG Gablenberg-Gaisburg und die Ca-Mü-Max-Männer freuen sich über den Aufstieg.

Bad Cannstatt - Es hat zwar etwas länger mit der Entscheidung beziehungsweise der Einteilung der Handball-Ligen für die Saison 2020/21 gedauert. Doch für einige Teams aus unserem Verbreitungsgebiet hat sich das Warten gelohnt, sie dürfen nun doch jubeln. Allen voran die Frauen der HSG Oberer Neckar. Als sich der Handball-Verband Mitte April entschieden hatte, die Saison aufgrund der Corona-Pandemie zu beenden und die Abschlusstabellen nach der Quotientenregel – Anzahl der Spiele durch Punkte – zu erstellen, gab es bei den Spielerinnen samt Trainer Andreas Leupold lange Gesichter. Im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg war man in Anzahl der Spiele, Punkten und direktem Vergleich gleichauf mit dem HC Schmiden/Oeffingen 2. Nur das Torverhältnis unterschied sich minimal: Nach 15 Partien war man einen einzigen Treffer schlechter und glaubte in der Bezirksklasse zu verharren. Doch damals stand schon fest, dass es für die HSG zum Sprung nach oben reicht. Da es aufgrund des Abbruchszenario nämlich keine Absteiger gibt, weisen die Durchführungsbestimmungen auf, dass „die ersten drei Teams in der Bezirksklasse aufsteigen dürfen“, sagt Walter Hartmann, Referent Spieltechnik im Bezirk Rems-Stuttgart. Die Frauen der HSG freuen sich also verspätet über die Rückkehr, werden jedoch mit einem anderen Trainer in der kommenden Runde antreten. Aufstiegscoach Andreas Leupold hört auf, „bleibt der HSG aber noch als Spieler erhalten“, sagt HSG-Vorstand Christian Krautberger. Nachfolger ist Thomas Engelen, der zuletzt die Aldinger Männer trainierte. Das Team indes bliebe komplett zusammen, so Krautberger, zudem wolle man eine zweite Mannschaft auf Punktejagd schicken. „Diese setzt sich aus einigen A-Jugendlichen und zwei älteren Spielerinnen zusammen.“

Drei Aufsteiger in der Bezirksklasse bedeuten eine Etage tiefer, in der Kreisliga A „auch drei Aufsteiger“, so Hartmann. Damit sind auch die Frauen der HSG Gablenberg-Gaisburg, die auch dachten, nochmals eine Runde drehen zu müssen, als Vizemeister aufgestiegen. „Bevor die Einteilung feststand, sickerte schon durch, dass wir in die Bezirksklasse aufgestiegen sind. Wir sind natürlich total happy und haben via Skype eine Party gefeiert“, sagt Kim Nakic, selbst Spielerin und bei der HSG Ga-Ga für den Frauenbereich zuständig. Für die Zukunft ist man auch gerüstet: Trainer Markus Zeisler und Co-Trainerin Anne Würth machen weiter. Zudem meldet man für die Spielzeit 2020/21 wieder eine Zweite.

Während bei den Frauen in der Bezirksliga zwei Teams aufsteigen, ist es bei den Herren nur eines. Von den acht Bezirksliga-Vize durften noch die zwei besten mit hoch. Die Herren der HSG Oberer Neckar landeten zwar auf Rang zwei im Bezirk Rems-Stuttgart, es reichte aber nicht unter die ersten zwei aller Bezirksliga-Vize.

In der Männer-Bezirksklasse steigen eigentlich die ersten beiden Teams auf. Dennoch hat der Drittplatzierte HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See „nur 436 Tage nach dem Abstieg aus der Bezirksliga, den Sprung zurück geschafft“, freut sich Spieler und Pressewart Florian Wondratschek und führt die Begründung für das unerwartete Ereignis gleich hinzu: „Da die zweite Mannschaft des SV Remshalden aus der Landesliga zurückzog, kann der Bezirksklassen-Meister SV Remshalden 3 nicht in die Bezirksliga aufsteigen, sodass neben dem TSV Schmiden 3 auch wir als Drittplatzierter aufsteigen.“ Aber das ist nicht nur der einzige Grund zum Feiern bei der HSG Ca-Mü-Max. Als Tabellenzweiter in der Kreisliga C ist die zweite Mannschaft in die Kreisliga B aufgestiegen. „Bereits der zweite Aufstieg in Folge seit der Neugründung“, freut sich HSG-Spielleiter Joachim Hoffmann.

Wann die Teams jedoch wieder um Punkte kämpfen werden, ist immer noch unklar. Mitte September wurde mal ins Auge gefasst, doch das hält Hartmann aus mehreren Gründen für unrealistisch. Zum einen brauche man natürlich erst grünes Licht von der Politik, wieder Sport mit Körperkontakt auszuüben zu dürfen. Erfolge die Freigabe, müsse den Mannschaften eine Vorbereitungszeit auf die Runde von vier bis sechs Wochen beziehungsweise Trainingseinheiten ohne Einschränkungen gegeben werden. Würde diese Vorbereitungszeit – beim Tempo der Lockerungsmaßnahmen möglich – in den August fallen, würde das ein Problem darstellen. „Nicht überall sind während der Sommerferien die Sporthallen geöffnet. Dementsprechend könnten sich nicht alle Teams gut vorbereiten, was ein Wettbewerbsnachteil darstellen würde“, so Hartmann. Dementsprechend sei ein Start nach den Herbstferien denkbar, „sofern rechtzeitig die Erlaubnis für Sport mit Körperkontakt von Seiten des Landes erteilt wird“.

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