Zum 25-jährigen Engagement rund um und für den Württemberg erhielt das Ehepaar einen bunten Strauß und den Dank der Schlösserverwaltung. Foto: Hurst (z)

Jubiläum auf dem Württemberg: Doris und Otto Grau kümmern sich seit 25 Jahren um die Grabkapelle. Doris Grau war jahrelang die Verwalterin des Monuments der Liebe.

Rotenberg - Die Grabkapelle ohne Doris und Otto Grau? Für viele ist dies kaum vorstellbar. „Sie sind seit mindestens einem Vierteljahrhundert die guten Seelen des Württembergs“, lobt Stephan Hurst, der als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg auch für die Grabkapelle zuständig ist, das Ehepaar. Hurst bezieht sich dabei auf das Jahr 1996, als Doris Grau als offizielle Verwalterin der Grabkapelle ihren „Dienst“ antrat. Denn eigentlich geht die Tradition der Familie Grau auf sieben Jahrzehnte zurück. Doris Graus Schwiegervater, Otto Grau senior, übernahm 1950 die Stelle als Kapellenverwalter. 1968 übernahm Otto Graus Schwiegersohn Heinrich Göttinger den Posten als Kapellenverwalter. Das Ehepaar Otto jun. und Doris Grau wohnen seit 1974 im ehemaligen Priestergebäude und kümmerten sich deswegen schon lange vor ihrem offiziellen Dienstbeginn „nebenbei um die Anlagen vor unserem Zuhause“.

Grabkapellenverwalterin mit grünen Daumen

Doris Grau bewies und beweist ihre grünen Daumen im Garten vor dem Haus, Otto Grau sorgt – auch heute als bald 83-Jähriger – für die Ordnung rund um den Württemberg. Am frühen Vormittag ist er mit Rechen und Besen unterwegs, sammelt Müll ein und kommt dank einer den Menschen zugewandten Art gerne mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Für das Ehepaar sind die Aufmerksamkeiten rund um die Grabkapelle kein Job, sondern Berufung und eine Herzensangelegenheit. Beispielsweise als eine entlaufene Schafherde an Ostern den Württemberg als Weideland entdeckte. Otto Grau führte die verlorenen Vierbeiner wieder zurück und Doris Grau hat in ihrer Zeit als Kapellenwärterin entscheidende Impulse für das Besucherprogramm geben.

Kapellenmaus Amalie erfunden

Um Kindern und Familien das Monument der Liebe auf kindgerechte Art näherzubringen, erfand sie die Kapellenmaus Amalie, die dem Nachwuchs das Mausoleum – bei einer Führung und in einem Buch – aus den Augen des Nagetiers nahebringt. Obwohl Doris Grau 2010 in Ruhestand ging, bietet sie – nur unterbrochen durch den Corona-Lockdown – weiterhin Führungen und Lesungen an. „Das Ehepaar Grau hat das Bild der Grabkapelle geprägt“, sagt Hurst und bedankte sich mit einem bunten Blumenstrauß für das Engagement der Familie – das noch lange nicht beendet ist. Denn 2015 übernahm die Tochter des Ehepaars, Christiane Grau, die Verwalterinnen-Tätigkeit und setzt damit die Familientradition fort.

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