Der stellvertretende Vorsitzende der SportKultur, Gerhard Ziegler, Anlagenkoordinator Michael Wolf und Golf-Abteilungsleiter Karl-Heinz Weyerer (von links) haben den Schwung raus und sind mit dem Saisonverlauf auf dem Hedelfinger Steinprügel sehr zufrieden. Foto: /Torsten Streib

Die Golfabteilung der SportKultur Stuttgart ist einer der Gewinner der Corona-Krise und verzeichnet einen deutlichen Mitgliederzuwachs

Hedelfingen - Wir wollen niederschwellig und ohne Etikette die Leute an den Golfsport heranführen, sagt Abteilungsleiter Karl-Heinz Weyerer. Seit der Eröffnung der Golfübungsanlage auf dem Hedelfinger Steinprügel im Jahr 2013 ist dies der SportKultur Stuttgart (SKS) jedoch nicht gelungen. Der Ansturm blieb aus, „weshalb wir bislang immer drauflegen mussten“, gibt SportKultur-Vorstand Ulrich Strobel unumwunden zu, um strahlend nachzulegen: „Aber in diesem Jahr nicht mehr. Wir schreiben nun schwarze Zahlen und ich gehe davon aus, dass die Trendwende erreicht ist“. Und dies ausgerechnet in Zeiten von Corona, als beim ersten Lockdown die Anlage von Mitte März bis Mitte Mai geschlossen war.

„Der Golfsport ist der Gewinner von Corona“, weiß denn auch der stellvertretende SportKultur-Vorsitzende und Golfer Gerhard Ziegler, „man kann und darf auch jetzt während des Teil-Lockdowns spielen, der nötige Abstand ist immer gewahrt. Die Chance zur Bewegung haben viele in den eingeschränkten Zeiten genutzt“. Golfen insgesamt hätte um 30 Prozent zugelegt. Bei der SportKultur hat sich der Aufschwung auch in den Mitgliederzahlen der Golfabteilung niedergeschlagen: Innerhalb eines Jahres sind diese von 160 auf 190 gestiegen.

Doch wie ist der schlagartige Aufschwung auf dem Steinprügel zu erklären? Für Vorstand Strobel ist der positive Trend an Personen festzumachen. Mehrmals habe die Leitung der Anlage gewechselt, nun haben „wir das richtige, kompetente Personal gefunden“, ist sich der SKS-Vorstand sicher. Ein enormer Schub sei von Anlagenkoordinator und Golf-Professional Michael Wolf sowie seinem Stellvertreter Leon Jungk ausgegangen sowie vom neuen Abteilungsleiter Karl-Heinz Weyerer und dem Beirat. „Zu Letzterem zählen Spezialisten, die sich beispielsweise mit Sponsoring oder Öffentlichkeitsarbeit auskennen“, so Strobel. Doch nur durch eine Umstrukturierung füllt sich eine Anlage noch nicht. Die Werbetrommel wurde ordentlich gerührt, verschiedene Marketingmaßnahmen aktiviert und „wir haben Schnupperkurse angeboten, von deren Resonanz wir selbst überrascht wurden“, sagt Abteilungsleiter Weyerer. An den insgesamt 20 Kursen hätten um die 140 Personen teilgenommen, von denen rund 50 Prozent weiterhin auf dem Steinprügel anzutreffen seien. „Manche sind der Abteilung beigetreten, andere spielen regelmäßig oder haben sich zum Platzreifekurs angemeldet, um auf normalen Golfplätzen spielen zu dürfen.“ Auch die Platzreifekurse waren heiß begehrt – sechs davon habe man auf dem Steinprügel in diesem Jahr bislang angeboten und 40 Spielerinnen und Spieler hätten die Anforderungen gemeistert, weiß Weyerer und Gerhard Ziegler fügt hinzu: „Mir ist kein Verein bekannt, bei dem so viele wie bei uns die Platzreife erlangt haben.“

Auch die Erlebnistage im Oktober, bei denen sich unter anderem Sponsoren präsentieren konnten, seien ein voller Erfolg gewesen. „An beiden Tagen haben wir insgesamt mehr als 300 Leute auf der Anlage gehabt. Solch ein Ansturm war nicht zu erwarten“, sagt Anlagenkoordinator Michael Wolf.

Nun ist es November, die Tage werden kürzer und kälter. Während bei vielen Golfklubs in dieser Jahreszeit kaum noch Bälle fliegen würden, rechnet man auf dem Steinprügel zwar auch mit einer geringeren Frequenz, aber gespielt werde weiterhin. „Wir haben überdachte, beheizte Abschlagplätze, die weiterhin gut genutzt sein werden“, ist sich Wolf sicher, die Leute würden eben kürzer auf der Anlage verweilen, „aber sie kommen weiterhin“.

Weitere Informationen zur Golfübungsanlage und zur Abteilung der SportKultur Stuttgart gibt es im Internet unter www.golfkultur-stuttgart.de

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