Mühlhausens Jens Zangenberg (rechts) wird von Münsters Stipe Mocan Foto: Tom Bloch

Die Fußballer des TSV Mühlhausen erzielen das 3:2-Siegtor im Spiel der Kreisliga A, Staffel 1, beim TSV Münster in 93. Minute.

Münster - Sowohl Münsters Trainer Sascha Rauhut als auch Mühlhausens Spielertrainer Patrick Kessler standen nach dem Abpfiff kopfschüttelnd auf dem Rasen. Der entscheidende Unterschied – Kessler hatte ein Lächeln im Gesicht. Kurz zuvor hatte der in der 85. Minute eingewechselte Pascal Wallaschek nach Vorlage des ebenfalls eingewechselten Fabian Rück für den 3:2-Siegtreffer der Gäste aus Mühlhausen gesorgt. Ein Tor, an das wohl selbst Kessler nicht mehr geglaubt hatte. Seine Mannschaft war zumindest 45 Minuten lang klarer Herr im fremden Haus, führte auch verdient zur Pause mit 2:0 und fühlte sich wohl schon wie der sichere Sieger. So sicher, dass man glaubte, die Punkte ohne weiteres Engagement einstecken zu können. „Symptomatisch für uns in dieser Saison“, wusste denn auch Kessler, „wir haben oft, meist in der ersten Hälfte, starke, einsatzfreudige Phasen, fahren dann aber aus unerfindlichen Gründen den Aufwand schlagartig herunter. Dieses Mal wurden wir dafür zum Glück nicht bestraft.“ Sein Gegenüber Sascha Rauhut haderte indes mit dem Schicksal. Einerseits, weil ihm aktuell 15 Spieler – darunter vier rund um das Thema Corona – fehlen würden, andererseits, weil „wir uns unclever angestellt und das Remis nicht über die Zeit gebracht haben“. Unclever ist eine nette Umschreibung für das, was Rauhuts Torhüter Emre Yilmaz in der 23. Minute darbot. Er hatte den Ball sicher in der Hand. Vor ihn stellte sich ein Mühlhausener Akteur, der keine Anstalten machte, wegzugehen – Emre Yilmaz stieß diesen einfach um. Logische Folge: Elfmeter für Mühlhausen. „Auch wenn der Spieler irgendwas zu ihm gesagt hat, habe ich in meiner mehr als 30-jährigen Zeit rund um Fußball so eine Aktion noch nie erlebt“, war auch Rauhut bedient. Jens Zangenberg, erstmals von Kessler mangels Alternativen in den Sturm beordert, verwandelte sicher. Zu diesem Zeitpunkt Treffer Nummer zwei für den Neustürmer – in der 5. Minute schnappte er sich den Ball an der Mittellinie und ließ sich selbst von zwei Münsterern nicht aufhalten und vollendete zum 1:0.

Die Gäste stellten nach Wiederanpfiff – wie gesagt – auf den Verwaltungs-Modus um. Münster wurden etwas lebhafter und kämpfte, ohne jedoch für geglückte Spielzüge geschweige denn Gefahr vor dem Tor von Philipp Imhof zu sorgen. Dies änderte sich schlagartig ab der 58. Minute. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckball zog Emre Coskun von der Strafraumgrenze ab und Kapitän Rene Weinhardt lenkte den Ball mit der Hacke zum 1:2 ins Netz. Weinhardt, der im zweiten Abschnitt offensiver spielte und eine gewisse Dynamik ausstrahlte, schnappte sich zwei Minuten später den Ball vom Fuß von Tim Schneider, zog rasant an zwei weiteren Gästeabwehrspielern vorbei und vollendete zum 2:2. Das Spiel war auf den Kopf gestellt – aber nur bis zur 93. Minute. Nachdem sich in der Schlussphase auf beiden Seiten Einschussmöglichkeiten boten, war ein Bodenabschlag, der postwendend wieder zurückkam, der Anfang vom bösen Ende für die Münsterer – Wallaschek und die anderen „Verwalter“ jubelten.

Münster rutscht damit noch tiefer in den Keller, rangiert nun auf dem vorletzten Platz und tritt bereits am kommenden Freitag, 20 Uhr, beim Tabellenzweiten TV Zazenhausen an. Der TSV Mühlhausen kann indes gelöst auf das Heimspiel am Sonntag gegen Obertürkheim/SportKultur blicken. „Durch den Sieg haben wir uns ein gutes Polster auf die Gefahrenzone verschafft“, so Kessler.

TSV Münster: Yilmaz; Engert, Stegmaier, Brodrecht, Weinhardt, Coskun, Kecap, Nguyen (56. Ziegler), Yildiz (46. Mocan), Budak (53. Ganioglu), Vasic (70. Winkler).

TSV Mühlhausen: Imhof; Schneider, Köngeter, Kessler, Baumert, Kempfert, Acar, Georgis (58. Özcelik), Bauer (74. Gonzales), Djelassi (46. Rück), Zangeberg (85. Wallaschek).

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