Foto: Strehlow - Strehlow

Trotz eisiger Temperaturen soll am morgigen Sonntag, 25. Februar, im Stuttgarter Amateurfußball wieder der Ball rollen. Die Spvgg Cannstatt und der VfB Obertürkheim wollen dabei weiter für Furore sorgen.

Bad Cannstatt Nichts wurde aus dem Frühstart. Die vier Nachholspiele, darunter auch die Partie von Schlusslicht TSV Münster, fielen vergangene Woche den Wetterkapriolen zum Opfer. Nun soll es am kommenden Sonntag klappen, mit der ersten Punktejagd im Jahr 2018. Die Ausgangslage ist also die gleiche wie in der Vorwoche. Nach 13 Spieltagen hat der einstige Oberligist SV Bonlanden satte acht Zähler Vorsprung auf Verfolger Türkspor Stuttgart. Nicht nur das Filderteam glaubt dieses Mal fest an die Meisterschaft, auch die Konkurrenz hält ausnahmslos den aktuellen Spitzenreiter für den künftigen Meister – eine Umfrage förderte dies wenig überraschend zu Tage. Im Abstiegskampf kann es dieses Mal wahre Glückspilze geben, die Stuttgarter Landesliga-Vertreter N.A.F.I. Stuttgart, TSV Weilimdorf und TV Echterdingen können es möglich machen. Halten sie sich – wie aktuell der Fall – über dem Abstiegsrang, dann bestreitet der Vorletzte der Bezirksliga am 23./24. Juni die Relegation gegen den Gewinner des Kreisliga-A-Vize-Duells. Nur das Schlusslicht muss bei der günstigen Konstellation Bekanntschaft mit den Sportplätzen der Kreisliga A machen. Momentan trifft dies auf den TSV Münster zu, der eigentlich schon vergangene Woche ran sollte (wir berichteten). Nun muss das Team von Trainer David Biedemann am Sonntag (15 Uhr) beim starken Aufsteiger TSV Bernhausen ran. Ob die Partie auf den Fildern stattfinden kann, bliebe abzuwarten, man stelle sich aber auf jeden Fall auf Spielen ein, so der TSV-Coach. Und wenn der Ball tatsächlich rollen sollte, erwartet Biedemann und die Seinen eine schwierige Aufgabe. Das verrät schon der Blick auf die Tabelle. „Der Aufsteiger hat die Hälfte seiner Spiele gewonnen, zwei Drittel nicht verloren. „Das sagt alles darüber aus, was auf uns zukommt“, so Biedemann. Doch in der Vorbereitung habe man an der mannschaftlichen Geschlossenheit gearbeitet und „wolle dies in Bernhausen auch zeigen, um vielleicht den ersten Sieg zu holen“. Personell sind alle Mann an Bord.

Völlig gechillt, wie es mittlerweile heißt, kann indes die drittplatzierte Spvgg Cannstatt den Rest der Saison angehen. Dem Team ist der Tabellenführer näher als die kritische Zone, aber dennoch unerreichbar. Die Kicker von der Hofener Straße befinden sich nach einer bislang starken Runde sozusagen im Niemandsland der Tabelle wieder. Das weiß man an der Hofener Straße, will aber dennoch nicht den Fuß vom Gas nehmen. „Zurücklehnen und alles mit Standgas zu absolvieren, ist nicht die Mentalität unseres Trainerteams und der Spieler“, sagt Trainer Stefan Schuon, „wir werden weiterhin Vollgas geben und haben noch enormen Hunger auf Siege“. Dass dies seine Mannschaft auch tatsächlich ernst meint, habe sie in der Vorbereitung eindrucksvoll und engagiert unter Beweis gestellt. Darüber hinaus habe man sich den Luxus erarbeitet, in so manchen Spielen auch verschiedene Dinge ausprobieren zu können. Unter anderem wird sich das ein oder andere Team bis zum Saisonende von der Spvgg stark unter Druck gesetzt fühlen. Offensivpressing steht nämlich ganz oben auf der Agenda. Gegen den Landesligisten N.A.F.I. Stuttgart habe das 70 Minuten lang hervorragend geklappt. „Sie wussten gar nicht, wie ihnen geschieht und lagen 1:3 hinten.“ Dann sei den Cannstattern ob des laufintensiven Spiels die Puste ausgegangen und „wir unterlagen noch 3:4“. Ob die Spvgg am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel gegen Croatia Stuttgart ebenfalls dem Gegner kaum Luft zum Atmen lässt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: „Unser Ziel sind drei Punkte und in der Endabrechnung ein guter einstelliger Tabellenplatz.“ Dazu will auch Winterneuzugang Mirko Domislic (TSV Plattenhardt) beitragen. „Er ist ein Defensiv-Allrounder“. Und auch Marco Kreidl. Nach längerer Leidenszeit macht er wieder „einen starken Eindruck“, so der Spvgg-Trainer.

Auch der VfB Obertürkheim ist mit 18 Punkten und Platz 6 deutlich entfernt von der Gefahrenzone und kann gelassen nach vorne schauen. Das weiß auch Spielertrainer Stefan Schullehner, der es mit der Gelassenheit aber nicht so hat und auf die vergangene Saison verweist. „Im Vorjahr hatten wir auch ein Polster und es wurde bis zum Schluss noch haarig“, gibt Schullehner zu bedenken, gleichwohl er weiß, dass „der Vorsprung nun komfortabler ist“. Und es hat sich an der Hafenbahnstraße in puncto Personal auch etwas getan. Vom VfL Stuttgart wurde Sideris Papadopoulos geholt. „Wir hatten ihn vor einigen Jahren schon im Visier und sind nun froh, dass er zu uns gewechselt ist.“ Zur weiteren Festigung beziehungsweise Alternative für die Defensive wurde Francesco Zumpano vom GFV Odyssia Esslingen geholt. Auch der torgefährliche Daniel Kaufmann ist zurück. Er wurde vom TBU vor die Türe gesetzt, wird aber nur im Training Tore schießen können. Schullehner: „Der TBU hat ihn gesperrt.“ Eine weitere Personalie betrifft den Coach selbst. Zum Saisonende hört Schullehner „aus familiären Gründen“ nach sechs Jahren als VfB-Trainer auf. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, doch die Verantwortlichen arbeiten mit Hochdruck an einer Neuverpflichtung. „Gespräche haben wir schon einige geführt“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Frech, „ich gehe davon aus, dass bis in etwa zwei Wochen eine Entscheidung gefallen ist“.

Bis der Wechsel auf der sportlichen Kommandobrücke vollzogen ist, stehen noch 15 Partien für den VfB an, unter anderem auch das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den SC Stammheim, von dem Schullehner überrascht ist – im negativen Sinne. Der SC Stammheim habe genauso viele Spiele absolviert wie der VfB, aber zwei Zähler weniger ergattert. Das habe er nicht erwartet, weshalb „wir auf jeden Fall gewinnen wollen, um uns weiter im Mittelfeld zu behaupten“.

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