Damir Bosnjak versucht artistisch an den Ball zu kommen. Einmal mehr in dieser Runde sorgten der Spielertrainer und seine Mannschaft von Türkspor Stuttgart für ein spektakuläres Ergebnis. Foto: /Holger Strehlow

Misslungener Einstand für Cannstatts Coach Carmine Napolitano – TB Untertürkheim siegt verdient auf dem kleinem Kunstrasen.

Bad Cannstatt - Der erste Spieltag nach der Winterpause ist Geschichte und wartete mit zwei überraschenden beziehungsweise nicht alltäglichen Ergebnissen auf. So verlor der bislang starke und Drittplatzierte TSV Musberg das Aufsteiger-Duell gegen den Drittletzten TV 89 Zuffenhausen auf heimischer Anlage klar mit 1:5. Wieder mal für viel Unterhaltung für den neutralen Zuschauer sorgte Türkspor Stuttgart. Das Team gewann bei Croatia Stuttgart mit 8:5.

Croatia – Türkspor Stuttgart 5:8

Türkspor Stuttgart hat häufig für „Ausrutscher-Ergebnisse“ gesorgt – sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Bislang hielt das Team des Spielertrainerduos Damir Bosnjak und Kerem Arslan mehr von der Offensive als von der Defensive. Daran hat sich nichts geändert, wie das 8:5 bei Croatia gezeigt hat. „Wir sind in dieser Saison wohl für die kuriosen Resultate und Spiele zuständig“, sagt Kerem Arslan. Dabei begann die Partie für die Gäste nach Plan. Dominant wollte man auftreten und „das ist uns auch gelungen“. Aber nur bis zur 21. Minute: Da führten die Gäste durch Treffer von Mustafa Yesildaglar (10.), Yunus Yazici (21.) und einem verwandelten Foulelfmeter von Haris Vrabac (15.) mit 3:0. Zudem waren die Gäste einen Mann mehr auf dem Feld– ein Croatia-Akteur zog die Notbremse, sah Rot und anschließend gab es den besagten Elfmeter. Per Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten verkürzte Croatia nach 27 Minuten auf 2:3 und es wurde wieder spannend. Türkspor war zwar kurz beeindruckt, fand aber wieder in die Spur und Merih Yesilirmak (32.) und Mustafa Yesildaglar (43.) sorgten für die beruhigende 5:2-Pausenführung. „Im zweiten Abschnitt wollten anscheinend beide Mannschaften die Zuschauer bespaßen und spielten mit offenem Visier“, so Arslan. Auch wenn seine Mannschaft nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet, noch drei Tore durch zweimal Vrabac (73./84) und Neuzugang Louis Hörger (86.) erzielte, „ärgern mich die drei weiteren Gegentore in Hälfte zwei. Das darf in Überzahl nicht passieren“.

SV Sillenbuch – Spvgg Cannstatt3:0

Der Einstand von Cannstatts Neu-Trainer Carmine Napolitano ging mal so richtig daneben. Und das praktisch vom Anpfiff weg. Noch nicht einmal eine Minute war gespielt, da donnerte Lukas Schmidt das Spielgerät aus gut 35 Metern unhaltbar in den Winkel zum 1:0 für den Tabellenzweiten. „Danach hatten wir mehr Ballbesitz, kombinierten uns stellenweise bis zum Strafraum ganz gut durch, doch dann fehlte die Durchschlagskraft“, weiß Napolitano. Dementsprechend hätte man sich während der gesamten 90 Minuten kaum Torchancen erspielt. Die Gastgeber hingegen tauchten laut Napolitano zwar ebenfalls nicht häufig vor dem Cannstatter Tor auf, waren in ihren Aktionen aber konsequenter. So auch in der 29. Minute, als der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigte. „Eine klare Schwalbe, aber clever gemacht“, so Napolitano. Marco Schlecker war’s egal – er verwandelte zum 2:0. Ein erneuter Sonntagsschuss kurz vor der Pause besiegelte das endgültige Schicksal der Cannstatter – dieses Mal traf Jonas Fischer aus der Distanz in den Winkel. Wie auch bei der Führung, „haben wir auch vor dem dritten Tor leichtfertig den Ball abgegeben“.

TB Untertürkheim – Ermis 3:0

Der TBU zeigte sich von dem abgebrochenen Pokalspiel in Musberg und den Begleitumständen (wir berichteten) gut erholt und gewann laut Trainer Uwe Braun auch deshalb verdient, weil „wir das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben“. Da der Rasen unbespielbar war, bat der TBU zum Duell auf den kleinen Kunstrasenplatz. Aus diesem Grund schickte Braun den großgewachsenen Oliver Schleicher in die Spitze. Dort sollte er mit dem ebenfalls großen Kevin Sholabomi die lang geschlagenen Bälle auf seine Mitspieler ablegen. „Kombinieren ist auf diesem Platz nur schwer möglich, deshalb haben wir häufig mit weiten und hohen Pässen operiert. Der Plan ging auf.“ Denn in der 39. Minute legte Schleicher einen lang geschlagenen Ball ab auf Christoph Stegbauer und dieser traf aus 22 Metern zum 1:0 ins Netz. Auch im zweiten Abschnitt habe man den Gegner im Griff gehabt, ließ insgesamt nur eine gefährliche Aktion zu. Den Gastgebern boten sich indes einige aussichtsreiche Möglichkeiten, um auf 2:0 zu stellen. Doch erst in der 82. Minute nach einem Foul an Schleicher – der Übeltäter sah dafür Gelb-Rot – verwandelte Marvin Wolf den fälligen Elfmeter sicher zum 2:0. Mit seinem ersten Saisontor sorgte Ivo Iliijasevic (94.) für den 3:0-Endstand.

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