Als Moderator von ARD-Wahlsendungen ist er bekannt: Jörg Schönenborn ist WDR-Programmdirektor und seit 2019 auch ARD-Koordinator Fernsehfilm. Foto: dpa/Georg Wendt

Ende November feiert der „Tatort“ seinen fünfzigsten Geburtstag. Die ARD plant eine Doppelfolge. ARD-Fernsehfilmkoordinator Jörg Schönenborn erklärt, warum er solche Experimente für wichtig hält.

Köln - Der ARD-Fernsehfilmkoordinator Jörg Schönenborn will weiterhin Experimente beim „Tatort“ zulassen. „Wir müssen den Mut haben zu irritieren und zu strapazieren, denn sonst wird der „Tatort“ irgendwann etwas fürs Museum“, sagte der 56-Jährige der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Fünfzig-Jahr-Jubiläums der beliebtesten TV-Reihe der Deutschen. „Wir brauchen eine bestimmte Zahl von Filmen, die ausprobieren, die Kreativen die Chance geben, sich zu verwirklichen – auch wenn das manchmal vielleicht ungewollte Folgen hat: Mal irritiert es oder man versteht den Sinn, den Text nicht, wenn es zu mundartlich wird.“ Kritik daran müsse die ARD dann auch aushalten.

München trifft Dortmund

Am 29. November ist es fünfzig Jahre her, dass der erste „Tatort: Taxi nach Leipzig“ im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Den runden Geburtstag der beliebtesten deutschen Fernsehreihe begeht die ARD mit einem Doppelkrimi, in dem die Teams aus München und Dortmund gemeinsam ermitteln.

Der sogenannte Crossover-„Tatort“ stand wegen der Corona-Krise wochenlang auf der Kippe, weil er beim Virusausbruch noch nicht fertig war. Der Dreh des Zweiteilers „In der Familie“ konnte aber schließlich beendet werden. Regie führten Dominik Graf, der schon fürs 25. „Tatort“-Jubiläum mit „Frau Bu lacht“ engagiert worden war, sowie Pia Strietmann. Die Bücher stammen von Bernd Lange (“Requiem“, „Was bleibt“, „Das Verschwinden“).

Eine Pizzeria und die ,Ndrangheta

Um was geht es? Ein Mord in München führt die Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) von Bayern nach Dortmund. Dort ist der mutmaßliche Täter bei den Inhabern einer kleinen Pizzeria untergeschlüpft, weil es die ‚Ndrangheta, die kalabrische Mafia, verlangt. Die Wirtsfamilie Modica und ihr Lokal wird von den Dortmunder Ermittlern Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) observiert. Die Münchner Kommissare wollen den Verdächtigen festnehmen, die Dortmunder zögern noch mit dem Zugriff, weil sie mehr über die Hintergrundorganisation der Familie erfahren wollen. Ausgestrahlt werden die beiden Folgen am 29. November sowie am 6. Dezember zur gewohnten „Tatort“-Zeit sonntags um 20.15 Uhr.

Jörg Schönenborn ist WDR-Programmdirektor und seit 2019 auch ARD-Koordinator Fernsehfilm. Im Ersten moderiert er regelmäßig Wahlsendungen und den „Presseclub“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: