Titus Simon in seinem Bauernhaus in der Nähe von Murrhardt. Auf dem Klavier stehen Bilder der Familie. Mit seiner im vergangenen Jahr gestorbenen Mutter verband ihn ein schwieriges Verhältnis. Foto: Gottfried Stoppel

Es sind die 60er Jahre, die Welt steht kurz vor der Mondlandung, und in Murrhardt im schwäbisch-fränkischen Wald wird die Altstadt an die Kanalisation angeschlossen. Ein Gespräch mit Titus Simon, der von einer Kindheit zwischen Aufbruch und Wohnzimmermief erzählt.

Murrhardt - In der Fornsbacher Straße in Murrhardt stehen die Häuser dicht an dicht. Oben bei den Doderers wohnt in einem Kämmerchen der Flüchtling Steinhaus, der einen Fernseher hat, und unten im Erdgeschoss betreibt das heimatlos gewordene Ehepaar Holubek einen Fahrradladen, hinter dessen Verkaufsraum es in einem kärglichen Zimmer haust. Der 66-jährige Titus Simon, heute pensionierter Hochschullehrer und Familienvater, hat die Erinnerungen an seine Kindheit aufgeschrieben. In seinem Buch blickt er zurück auf die 60er Jahre, als der Wirtschaftswunderaufbruch in der Provinz noch kaum zu spüren war.

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