Seit gut 60 Jahren kriegt Heinz Küstner von Rudi Baier die Haare geschnitten. Foto: Thomas Bernhardt

Als Rudi Baier seine Friseurlehre anfing, war Krieg, und Heilbronn lag in Trümmern. Mit 90 Jahren steht er immer noch im Salon, um Stammkunden die Haare schön zu machen .

Heilbronn - Ausgerüstet mit Kamm und Schere beugt sich Rudi Baier prüfend über einen Haarschopf, der so schlohweiß ist wie sein eigener, um einem Mann das zurückzugeben, was der bayerische Ministerpräsident vor Kurzem als Würde bezeichnet hat. Wochenlang waren die Friseurläden dicht, zuletzt hatte der ältere Herr im Stuhl vor ihm das Haus nur noch mit Kappe verlassen. Nun sitzt er andächtig im Salon Baier im alten Heilbronner Stadtteil Böckingen und wartet darauf, dass der Friseurmeister den Wildwuchs auf dem Kopf bändigt. Baier richtet sich auf, sucht mit seinen hellblauen Augen den Blick des Kunden im Spiegel. „Herr Küstner, was geben Sie mir vor?“, fragt er, wie er es seit Jahrzehnten tut. „Nichts, machen Sie’s wie immer.“

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