Jasmin und Nelia bei der DKMS-Typisierungsaktion an der Börse. Foto: Lotta Kober (z)

Mitmachen Ehrensache erwirtschaftete 17 400 Euro

Bad Cannstatt - In Zeiten der Coronavirus-Pandemie eine gute Nachricht: Statt zur Schule zu gehen, jobbten 613 Stuttgarter Mädchen und Jungen am Internationalen Tag des Ehrenamts 2019, dem 5. Dezember, im Rahmen der Aktion Mitmachen Ehrensache bei 346 verschiedenen Arbeitgebern. Die Jugendlichen verzichteten auf das verdiente Geld und spendeten es drei ausgewählten sozialen Projekten. 17 400 Euro haben die Schülerinnen und Schüler erarbeitet. Der Gesamterlös wird normalerweise im Rahmen einer feierlichen Scheckübergabe an die Projekte überreicht. Im Anschluss werden die Jugendlichen für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. „Das Veranstaltungsverbot hat auch uns getroffen, wir haben die Danke-Aktion abgesagt,“ bedauert Gabi Kircher von der Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft, Leiterin der Aktion. „Aber es gibt im Moment Wichtigeres. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung und solidarisches Handeln sind gefragt. Genau diese Werte vertritt Mitmachen Ehrensache.“ Nun wird der Erlös an die Einrichtungen überwiesen und die Jugendlichen erhalten ihre Zertifikate und kleine Geschenke per Post.

Knapp 7000 Euro für Sportkreis

6960 Euro bekommt der Caritasverband Stuttgart für das „Haus für Kinder“ in Bad Cannstatt. Über den gleichen Betrag freut sich die Einrichtung „move&do“ des Sportkreis Stuttgart. Mit dem Geld werden Schulprogramme durchgeführt, die das selbstregulierte Handeln zur Verbesserung des sozialen Miteinanders der Schülerinnen und Schüler fördern. Weitere 3480 Euro kommen dem Verein Leseohren für die Ausbildung der ehrenamtlichen Lesepaten zu Gute. Sie vermitteln Stuttgarter Kindern Spaß und Freude an Sprache, Geschichten und Literatur. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Lese- und Sprachkompetenz.

Spitzenreiter aus Feuerbach

Spitzenreiter bei den teilnehmenden Schulen ist das Neue Gymnasium Leibniz in Feuerbach mit 76 Teilnehmern, gefolgt von der Jahn-Realschule Bad Cannstatt mit 73 Teilnehmern. Neu dabei war die Waldschule Degerloch, bei der auf Anhieb 64 Schüler für gute Zwecke jobbten. Zentral für das Gelingen des Aktionstags sind die Arbeitgeber, die den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, für gute Zwecke zu jobben. Die Spannbreite ist groß und reicht von Apotheken, Arztpraxen, Blumenläden, Drogerien, Krankenhäusern, Supermärkten, Bäckereien, Hotels über Rechtsanwaltskanzleien, Handwerksbetrieben bis hin zu Kindertagesstätten. „Viele Arbeitgeber sind seit Jahren verlässliche Partner von Mitmachen Ehrensache. Dazu gehören viele kleine Betriebe, aber auch große Unternehmen wie die Handwerkskammer Region Stuttgart, das Jugendamt der Stadt Stuttgart, die Börse Stuttgart und die Firma Trumpf in Ditzingen,“ so Kircher.

Mehr als 10 000 Teilnehmer landesweit

Mitmachen Ehrensache verbindet soziales Engagement mit niedrigschwelliger Berufsorientierung, eine Kombination, die viele Jugendliche gut finden. „Für mich ist es wichtig, anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht wir mir. Mit dem Geld, das ich am Aktionstag verdiene und spende, kann ich dazu beitragen, dass soziale Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt werden,“ begründet die 14-jährige Jasmin Frey ihr Engagement. Sie ist seit diesem Jahr Mitmachen Ehrensache-Botschafterin an der Jahn-Realschule und hat am Aktionstag bei einer DKMS-Typisierungsaktion an der Börse Stuttgart mitgeholfen.

Auch der Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft, Ingo-Felix Meier, freut sich über das diesjährige Ergebnis. „Landesweit konnten wir beim Aktionstag die Marke von 10  000 Teilnehmern knacken, ein toller Erfolg. Insgesamt beteiligten sich in 23 Aktionsbüros 10 272 Jugendliche und erarbeiteten 275 509 Euro für viele verschiedene soziale Zwecke. Das Engagement zahlt sich für alle Beteiligten aus.“ Die Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft ist zusammen mit der Jugendstiftung Baden-Württemberg seit 2003 Träger der Aktion.

www.mitmachen-ehrensache.de

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