Anna Christmann, Gisela Schneider, Heidemarie Schwab, Sonja Zimmermann, Claudia Krause, Katharina Brösamle, Dieter Münkewarf (von links) in Bad Cannstatt.Foto: Oriane Petit (z) Foto:  

Die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Krankenhäusern war durch Corona stark eingeschränkt. Allmählich normalisiert sich deren Alltag wieder.

Bad Cannstatt - Die Arbeit der grünen Damen und Herren an den Krankenhäusern war durch Pandemie in den vergangenen Monaten extrem eingeschränkt. Der „Lotsendienst“ war lange Zeit die einzige Möglichkeit für eine Betreuung. Erst jetzt ist wieder ein Stationsdienst möglich, wobei weitere Ehrenamtliche gebraucht gesucht werden.

Im Krankenhaus Bad Cannstatt sind es 19 ehrenamtliche grüne Damen und Herren, die jede Woche mehrere Stunden Arbeit leisten. Claudia Krause, die für die Engagierten am Standort Katharinenhospital zuständig ist, schilderte kürzlich der Grünen-Bundestagsabgeordneten Anna Christmann von der schwierigen Betreuungsphase durch die Pandemie. Besuche in den Patientenzimmern waren nicht möglich, also führten sie zum Beispiel Temperaturkontrolle am Eingang durch, um das hauptamtliche Pflegepersonal zu unterstützen.

Sonnenblumen für die „Neuen“

Kürzlich wurden sechs grüne Damen und Herren vor dem Cannstatter Klinikum von Anna Christmann mit Sonnenblumen begrüßt. „In Zeiten wie der Pandemie zeigt sich, wie unsere Gesellschaft zusammenhält. Der Einsatz der grünen Damen und Herren, die auch in der Hochzeit der Pandemie den Pflegekräften ehrenamtlich zur Seite standen, zeigt das in ganz besonderer Weise“, so die Bundestagsabgeordnete.

Gisela Schneider, Landesbeauftragte der grünen Damen und Herren für Baden-Württemberg, freute sich über die Gelegenheit, auf ihr Engagement aufmerksam zu machen. In Stuttgart gibt es die Helferinnen und Helfer im grünen Kittel seit 1980 und mittlerweile sind es mehr als 300 Ehrenamtliche in 14 Krankenhäusern und Pflegeheimen, die mit etwa vier Stunden pro Woche als Krankenhaushelfer aushelfen. Zu ihren zahlreichen Diensten gehört vor allem die Begleitung und seelische Unterstützung kranker und alter Menschen. Aber unzählige „kleine“ Hilfen machen sie unverzichtbar: Sie laden Telefonkarten auf, lesen vor und haben vor allem Zeit für Gespräche, für die hauptamtliche Pflegekräfte keine Zeit haben. Besonders bekannt sind sie für ihren Bücherwagen.

Nachwuchskräfte fehlen

Die Engagierten bedauern, dass es für dieses Ehrenamt nicht viele Nachwuchskräfte gebe und die zukünftige Existenz dieser einzigartigen Unterstützung für Patienten und des Pflegepersonals ungewiss sei. Christmann kennt die Nachwuchsschwierigkeiten. Sie will helfen, die Initiativen bekannter zu machen, auch durch eine bessere Vernetzung mit der Freiwilligenagentur.

Ein weiteres Problem: Die ÖPNV-Anbindung der Klinik Bad Cannstatt ist bis heute nicht gut gelöst. Die Klinik liegt auf einer Anhöhe, zehn Gehminuten von der S-Bahn-Haltestelle Nürnberger Straße entfernt, die nur beschränkt barrierefrei ist.

Keine Buslinie fährt dorthin, was für Patienten und Helfer eine Hürde darstellt. Christmann hatte das Problem erst vor kurzem bei einem Rundgang zur Barrierefreiheit in der Stadt begutachtet und versprach, es bei Stadt und Deutscher Bahn nochmals zu adressieren. Auch den Bezirksbeirat Bad Cannstatt hat das Thema der schlechten Erreichbarkeit des KBC immer wieder beschäftigt. Noch vor Corona war ein Arzt im Bezirksbeirat, der zu dem Thema berichtet hat. Bei den grünen Damen und Herren kehrt langsam wieder Normalität ein. Sie dürfen wieder Besuche in den Zimmern machen. Vor allem freuen sie sich über Verstärkung. Unter den 19 Helfern sind sechs grüne Herren dabei.

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 85 10 52 oder per E-Mail ewaldscheunert@t-online.de melden.

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