Foto: dpa - Symbolbild dpa

Der Überfall auf eine Bankfiliale in Ilvesheim war ungewöhnlich brutal. Dem Angeklagten droht nicht nur eine lange Freiheitsstrafe, sondern auch eine Sicherungsverwahrung.

Heidelberg (dpa/lsw)Er soll mehreren Bankmitarbeitern Todesangst eingejagt und sie in einem Tresorraum eingesperrt haben - am Donnerstag um 11 Uhr verkündet das Landgericht Heidelberg sein Urteil gegen den mutmaßlichen Bankräuber von Ilvesheim (Rhein-Neckar-Kreis). Der 57-jährige Angeklagte hatte zum Prozessauftakt die Tat gestanden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere räuberische Erpressung und erpresserischen Menschenraub vor und hat eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung beantragt. Nach Ansicht der Verteidigung würde eine Freiheitsstrafe von 8 Jahren und 10 Monaten genügen.

Laut Anklage hatte der mit Perücke und Sonnenbrille maskierte Mann an einem Morgen Ende Juni 2019 am Hintereingang der Filiale einen Mitarbeiter abgepasst. Mit einem in den Nacken gedrückten Revolver soll er ihn gezwungen haben, den Eingang zu öffnen, und ihn aufgefordert haben, den Inhalt der Geldautomaten herauszurücken. Der Angestellte erklärte, dies könne nur die Aufstellerfirma.

Weitere eintreffende Beschäftigte bedrohte der 57-jährige Metzger laut Anklage ebenfalls mit der Waffe. Insbesondere als sich herausstelle, dass der von einem Mitarbeiter geöffnete Tresor kein Geld enthielt, wurde er nervös. Einem der Angestellten trat er in die Hüfte und fügte ihm später mit der Waffe ein Platzwunde zu. Deshalb muss er sich auch wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Schließlich ließ er sich 30.000 Euro aus einem Geldautomaten mit einer speziellen Karte auszahlen. Er schloss fünf Menschen in den Tresorraum ein und flüchtete. Der Mann wurde samt Beute noch am selben Abend in einem gestohlen gemeldeten Wagen in Mannheim gefasst.

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