Familie Schmalzried (von links): Mutter Margarete, Maximilian, Helen, Benedikt und Hermann. Foto: /Hendrik Zwietasch

Das Wein-Quartett stellt jede Woche einen Wein vor, heute ist die Remstal-Spezialist Harald Beck an der Reihe mit einem Muskattrollinger vom Weingut Schmalzried in Korb, dessen Qualität von allen in der Weinrunde gelobt wird.

Stuttgart - Klar, wenn draußen ausnahmsweise einmal auch in unseren Breiten oder Tiefen einigermaßen dick der Schnee liegt, dann schreit natürlich alles erst einmal nach Glühwein. Heiß, süß und so gewürzt, dass selbst ein mittelmäßiger Grundwein nicht so richtig schmerzt. Aber: Kein Skiurlaub in Österreich oder Frankreich, keine Pistengaudi, kein Après – da braucht’s das alles mögliche befeuernde alkoholische Heißgetränk auch nicht so unbedingt – außer in trauter Zweier- bis Dreierrunde droben auf dem eigenen Stückle oberhalb des Remstals. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vorkämpfer für ökologischen Weinbau

Das Weingut Schmalzried in Korb, unter Seniorchef Hermann seit einem knappen halben Jahrhundert Vorkämpfer für ökologischen und biologisch kontrollierten Weinbau, bietet auch Glühwein an, für den Junior Benedikt verantwortlich zeichnet. In Zeiten der Pandemie auch samt kostenloser Lieferung – ab zwölf Flaschen. Die Lieferbedingungen gelten natürlich auch für das restliche Angebot. Darunter ein nicht wintertypischer, lebhaft-leichtfruchtig ausgebauter Muskattrollinger Rosé, von dem inzwischen auch der 2019er auf dem Markt ist. Der Muskattrollinger ist nun wirklich ein waschechter altbekannter Württemberger, auch wenn man ihn in Hamburg traditionell eher unter Muskat-Hamburger als Tafeltraube kennt. Früher als Abkömmling des Trollinger oder zufällige Kreuzung mit Muskateller betrachtet, gilt er inzwischen längst als eigenständige Sorte – wie der Trollinger hauptsächlich in Württemberg angebaut. Und er steht in Sachen Wein für ein ganz eigenes, manchem im Einzelfall auch zu intensives Muskatbukett.

Im Tropfen von der Korber Sommerhalde bleibt bei dezentem Rosenduft diese Muskatnote frisch und lebendig. Die gewisse Restsüße passt, tendiert nicht gen bebbiges Bonbon und wird mit den würzigen Noten gut eingefangen. So lässt sich auch ohne Glühwein im Winter das Genießerherz aufwärmen.

Das Urteil der Weinrunde

Holger Gayer: Als bekennender Fan von Muskattrollinger muss ich sagen: Dieser Wein ist handwerklich perfekt gemacht, er leuchtet ziegelrot, hat eine tolle Muskatnote, ist fruchtig, aber nicht klebrig. Ein wunderbarer Aperitif.

Kathrin Haasis: Rosenduft und Gewürzaroma – dieser Muskattrollinger hält sich mit seinen Charaktereigenschaften nicht zurück. Trotz der Fülle tendiert er nicht ins Süßliche, sondern bleibt dank einer Portion Säure recht frisch.

Michael Weier: Ja, handwerklich wirklich sehr ordentlich. Allerdings stehe ich weniger auf Muskattrollinger. Dieser überbordend fruchtig-aromatische Tropfen mit einem Schuss Restsüße ist für Fans solcher Weine gemacht, nicht für mich.

Der Service zum Wein

Muskattrollinger 2018 Rosé,
10,80 Euro, Weingut Schmalzried Korb im Remstal, Telefon 0 71 51/3 26 07. Internet www.weingutschmalzried.de

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