Intensivmediziner haben sich mit einem Appell an die Bevölkerung gewandt. Foto: AFP/THOMAS SAMSON

Intensivmediziner aus Baden-Württemberg bitten die Menschen, an Ostern zu Hause zu bleiben. „Reduzieren Sie ihre Kontakte auf das absolut Notwendige“, heißt es unter anderem in dem Brief.

Stuttgart - In einem eindringlichen Appell haben Intensivmediziner die Menschen in Baden-Württemberg aufgerufen, die Corona-Auflagen an den Osterfeiertagen ernst zu nehmen. „Bleiben Sie über Ostern zu Hause und reduzieren Sie ihre Kontakte auf das absolut Notwendige“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf der Beschäftigten auf den Intensivstationen, der Gewerkschaft ver.di und des Marburger Bundes. „Bleiben Sie zu Hause. Wir bleiben für Sie da.“ So könne auch die dritte Welle beherrschbar bleiben.

193 Menschen werden invasiv beatmet

Auf den Stationen werde seit mehr als einem Jahr ohne echte Erholungspausen und unter hohem Infektionsrisiko gearbeitet. „Dramatisch ist, dass es auch in den Zeiten zwischen den Wellen keine Entspannung der kritischen Lage geben konnte, da dringend notwendige planbare Eingriffe nachgeholt wurden“, heißt es in dem Schreiben. Die operierten Patientinnen und Patienten belegten ebenfalls Betten auf den Intensivstationen. In der Pandemie rächten sich der Personalmangel und die Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern.

Nach den Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung wurden am Mittwoch (Stand 16.00 Uhr) 361 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg intensivmedizinisch behandelt, 193 oder 53,4 Prozent davon wurden invasiv beatmet. Insgesamt waren nach diesen Angaben 2122 von 2434 betreibbaren Intensivbetten belegt (87,1 Prozent).

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