Der August war für Kleingärtner ein schöner Sommermonat – mit viel Sonnenschein, aber auch reichlich Regen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Der August war ein richtiger Hochsommermonat mit überdurchschnittlich warmen Temperaturen und vielen Sonnenstunden. Aber es regnete auch etwas mehr als sonst in diesem Monat.

Untertürkheim - Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß“, lautet eine Bauernregel. Es könnte zum Jahresende demnach ungemütlich werden – denn der August 2020 war ziemlich warm.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 Grad Celsius – gemessen an der Wetterstation auf dem Schnarrenberg – liege der Sommermonat 3,6 Grad über über dem langjährigen Mittel, berichtet Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart. Nachdem schon der Juni und der Juli leicht über dem Durchschnitt lagen, habe er eine solch hohe Abweichung der Temperatur zum Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, dem klimatologischen Referenzzeitraum, nicht erwartet. „Dieser August belegt Platz vier im Langzeitvergleich.“ Insgesamt habe es keine großen „Ausreißer“ gegeben, auch für neue Rekorde reiche es nicht. Dennoch stellt der Wetterexperte eine Auffälligkeit im Rückblick auf die vergangenen 31 Tage fest. Ungewöhnlich sei die Anzahl heißer Tage in diesem August: Das Thermometer kletterte ganze zehn Mal auf Werte über 30,0 Grad. „Ein paar Hitzetage sind durchaus üblich“, räumt Pfaffenzeller ein – laut Statistik sind es durchschnittlich zwei in jenem Monat. Zwischen dem 7. und 12. August aber wurde gar eine sechstägige Hitzeperiode verzeichnet. „So eine Serie ist nicht üblich.“

237,5 Sonnenstunden

Hinzu kommen zehn meteorologische Sommertage, an denen 25 Grad und mehr gemessen wurden – ideales Freibadwetter. Der heißeste Tag des Monats sei der 21. August mit 34,8 Grad gewesen. Dabei schien die Sonne „nur“ 12,3 Stunden, an sieben anderen Tagen war sie noch länger zu sehen. Am 6. August etwa ganze 14,2 Stunden. Insgesamt hat der August 2020 eine Sonnenscheindauer von 237,5 Stunden vorzuweisen. Das, so Pfaffenzeller, liege 111 Prozent über dem langjährigen Mittel.

Fast 90 Liter Regen pro Quadratmeter

Anders als die beiden Sommermonate zuvor war der August regnerisch. An der Messstation auf dem Schnarrenberg wurden rund 81 Liter pro Quadratmeter gemessen, womit ein leicht überdurchschnittlicher Monatswert verzeichnet wurde. „Das reicht aber nicht, um das Defizit auszugleichen“, lautet Pfaffenzellers Einschätzung dieses Sommers. Im Juni des Jahres fielen nur 53,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, im Juli 38. Der meiste Regen wurde am 30. August mit 15,8 Liter pro Quadratmeter registriert. Aber nicht nur nass, sondern auch ziemlich kühl hat sich der August verabschiedet. Gestern früh wurde mit gerade mal 11,0 Grad die niedrigste Lufttemperatur in diesem Monat gemessen. Vom Rekordwert ist der Monat dennoch weit entfernt: „Am 29. August 1979 waren es 5,2 Grad“, berichtet Pfaffenzeller. Für die Meteorologen beginnt am heutigen 1. September übrigens schon der Herbst.

Ob der Winter tatsächlich streng und weiß wird nach diesem heißen August? Der Wahrheitsgehalt der Bauernregel wird sich erst in ein paar Monaten überprüfen lassen. Aber es scheint etwas dran zu sein: Liegt die mittlere Höchsttemperatur in der ersten Augustwoche bei 25 Grad oder darüber, ist die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke im kommenden Winter laut Statistik überdurchschnittlich hoch.

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