Am Fußgängerüberweg „Im Mäder“ soll eine Bedarfsampelanlage die Sicherheit der Schulkinder erhöhen. Foto: Kuhn - Kuhn

Eltern fordern eine Ampel in der Asangstraße an der Bushaltestelle „Im Mäder“. Der Grund: Es gebe zu viele Raser und die Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Schulkinder.

ObertürkheimDie Eltern entlang der Asangstraße fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Ausgerechnet dort, wo sich Fußgänger eigentlich beschützt fühlen, ist es – aus Sicht der Anwohner – am gefährlichsten: am Fußgängerweg wenig Meter unterhalb der Bushaltestelle Im Mäder. Die Asangstraße ist eine stark frequentierte Verbindung zwischen Obertürkheim und Uhlbach. Nicht nur Uhlbacher nutzen sie, sondern auch Autofahrer, die nach Rotenberg, Luginsland, Fellbach oder – verbotenerweise – nach Rüdern wollen. Durch das Gefälle verleitet sie schneller als die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu fahren – erst recht im Bereich „Im Mäder“. In Abwärtsrichtung rollen die Autofahrer wenige Meter nach einer lang gezogenen, nicht gut einsichtigen Linkskurve auf einen Zebrastreifen zu. Etwa 40 Meter oberhalb liegen – beidseits der Asangstraße – Haltestellen der SSB-Buslinie 62. „Regelmäßig müssen Autos kurz vor dem Fußgängerüberweg eine Vollbremsung einlegen, oder Fußgänger müssen sicherheitshalber auf dem Gehweg warten, um nicht überfahren zu werden“, berichten Anwohner und besorgte Eltern.

Beinaheunfälle mit Kindern

Vor allem, wenn ein Bus an einer der beiden Haltestellen steht, spitze sich die Situation zu. Trotz leuchtender Warnblinkanlage würde das gelbe SSB-Fahrzeug oft von dem hinter ihm fahrenden Personenwagen überholt – und zwar nicht in Schrittgeschwindigkeit, sondern mit zu viel Druck auf dem Gaspedal, um notfalls vor dem Zebrastreifen zum Stehen zu kommen. „Oftmals hält zudem ein Auto am Zebrastreifen an, um einen wartenden Fußgänger über den Überweg zu lassen, aber der Gegenverkehr fährt weiter“, erzählt Bezirksbeirat Christoph Hofrichter von SÖSLinkePlus. Eltern berichten von etlichen Beinaheunfällen mit Kindern. Schließlich liegt der Zebrastreifen auf dem Weg von und zur Schule.

Zwar schreibt der Schulwegplan der Stadt vor, dass die Kinder auf der linken Seite der Asangstraße bis zur Grundschule laufen und dort erst auf dem Fußgängerüberweg die Straße überqueren sollen. „Das ist lebensfremd. Kinder wollen über den Zebrastreifen Im Mäder auf die rechte Straßenseite, um dann über das verkehrsarme Quersträßchen zur Uhlbacher Straße zu gelangen und gemeinsamen mit Schulkameraden den kürzeren Weg zum Haupteingang der Schule zu laufen“, entrüstet sich SPD-Bezirksbeirat Eckart Jäger.

Die Eltern sind deswegen aktiv geworden. Im Bürgerhaushalt forderten sie die Stadtverwaltung auf, den Fußgängerüberweg Im Mäder sicherer zu machen. In einem gemeinsamen Antrag von Grünen, Freien Wählern, SPD und SÖSLinkePlus griffen die Bezirksbeiräte das Thema nochmals auf und fordern, dass an dem Fußgängerüberweg eine Bedarfsampelanlage eingerichtet wird.

Einig waren sich alle Bezirksbeiräte, dass der Überweg „tatsächlich eine gefährliche Stelle darstellt“, wie auch FDP-Bezirksbeirat Walter Zinser bestätigte. Bei den Maßnahmen gingen die Meinungen allerdings doch auseinander. Während Zinser und auch Christoph Zalder (CDU) meinten, dass mit der Einrichtung der Haltestelle, an der der Bus nur mit Schritttempo überholt werden dürfe und Tempo 30 an der Schule, schon genügend Voraussetzungen getroffen wurden, sprachen sich Peter Aichinger (Freie Wähler) und Monika Geiger (Grüne) dafür aus, vorbeugend etwas zum Schutz der Schulkinder und der älteren Passanten zu unternehmen. Sie halten eine Lichtsignalanlage, an der die Kinder sich „Grün“ anfordern können, für geeignet. Zudem müsse der Überweg endlich Teil des Schulwegplans werden. Mit sechs Stimmen bei vier Gegenstimmen von den CDU- und FDP-Politikern wurde der gemeinsame Antrag angenommen und die Stadtverwaltung zur Prüfung aufgefordert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: