Das Kinderhilfswerk unterstützt 65 Erstklässler mit Schulranzen. Foto: dpa/Arne Dedert

Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt Erstklässler in Obertürkheim und im Hallschlag mit einem Schulranzen. In diesen Stadtteilen leben viele Kinder aus einkommensschwachen Familien.

Obertürkheim - Den ersten Schultag mit völlig leeren Händen beginnen zu müssen – eine Horrorvorstellung für viele angehende ABC-Schützen. Damit dies nicht zur Wirklichkeit wird, unterstützt das Deutsche Kinderhilfswerk 65 Erstklässlerinnen und Erstklässler in Obertürkheim und im Cannstatter Hallschlag mit einem Schulranzen.

„Der erste Schultag ist für jedes Kind ein ganz besonderes Ereignis. Für arme Familien bedeutet er jedoch eine außerordentliche finanzielle Belastung. Die Corona-Krise mit steigenden Arbeitslosenzahlen und millionenfacher Kurzarbeit wird die Zahl armer Kinder deutlich erhöhen. Gleichzeitig kostet gerade ein guter Schulranzen sehr viel Geld. Mit unserer Schulranzenaktion wollen wir Kindern aus einkommensschwachen Familien den Schulalltag erleichtern, damit sie ihren Spaß am Lernen behalten. Gerade sie haben es in der Schule meist schwerer als andere Kinder“, betont Claudia Keul, Stabsstelle Kindernothilfe und Förderungen des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Viele einkommensschwache Familien

Ein Blick auf den Stuttgarter Sozialdatenatlas zeigt, dass es gerade im Ortskern von Obertürkheim und Cannstatter Stadtteil Hallschlag sehr viele Kinder aus einkommensschwachen Familien gibt. „Durch unsere Arbeit hier im Stadtteil wissen wir, dass viele Kinder beziehungsweise deren Eltern sich nicht einen so toll ausgestatteten Schulranzen leisten können. Auch unsere Kooperationspartner im Stadtteil sowie der Gemeinschaftsunterkunft für Menschen mit Fluchterfahrung freuen sich über diese Unterstützung“, sagt Steffen Brodbeck, Leiter des Kinder- und Jugendhauses Obertürkheim. Somit soll verhindert werden, dass Kinder auf Grund ihrer sozialen Herkunft zu Bildungsverlierern werden. Die Schulranzen sind gefüllt mit Federmappen, Buntstiften, Schreib- und Leseheften sowie einem Sportbeutel. „Die Ausstattung bietet den Schülerinnen und Schülern eine optimale Grundlage, um einen guten Start in das Schulleben zu gewährleisten. Ein gut gefüllter Schulranzen mit Inhalt will genutzt werden und entfacht ein hohes Maß an Motivation am selbstständigen Lernen und an der Schule. Der große Tag der Einschulung wird für die Kinder im Stadtteil ein noch schönerer“, sagt Kilian Wörz, Leiter der Kontaktstelle des Deutschen Kinderhilfswerkes „Kinder- und Jugendhaus Hallschlag“. 40 Schulranzen erhält zur Verteilung das Jugendhaus Villa Jo, 25 gehen in den Hallschlag. Jeder mit einem Wert von mehr als 250 Euro.

Geldbeutel der Eltern entscheidet über Bildungschancen

Soziale Sicherheit und Bildungsgerechtigkeit für Kinder sollten in einer der reichsten Industrienationen der Welt eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Die Realität sieht aber seit vielen Jahren anders aus. In Deutschland wächst jedes fünfte Kind in Armut auf und vielfach entscheidet der Geldbeutel der Eltern über die Bildungschancen von Kindern, betont das Kinderhilfswerk. Daher wurden bisher rund 22 000 Schulranzen im Wert von rund vier Millionen Euro an Kinder in ganz Deutschland verteilt.

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