In der Kritik: Peter Spuhler Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa/Uli Deck

Nach schweren Vorwürfen wegen seines Führungsstils soll Generalintendant Peter Spuhler das Badische Staatstheater früher als geplant verlassen. Das letzte Wort hat jetzt der Verwaltungsrat.

Karlsruhe - Der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters muss an diesem Montag über die geplante Auflösung des Vertrags des umstrittenen Generalintendanten Peter Spuhler entscheiden. Der Ausgang der Sitzung in Karlsruhe gilt aber als so gut wie sicher. Die Vorsitzende des Gremiums, Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), hatte vor gut anderthalb Wochen verkündet, nach ihrem Willen solle der Vertrag für eine dritte Intendanz aufgelöst werden. Damit würde Spuhler im Sommer kommenden Jahres das Haus verlassen und nicht erst 2026. Der Theaterchef steht seit Monaten wegen seines angeblich autoritären Verhaltens in der Kritik.

Auch der Vize-Vorsitzende des Verwaltungsrats, der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD), will die Auflösung des Vertrags empfehlen. Spuhler habe sein grundsätzliches Einverständnis zu diesem Vorgehen erklärt, hieß es Mitte November. Sein Vertrag war erst 2019 einstimmig verlängert worden.

Misstrauen, Kontrollzwang, cholerische Ausfälle

Die Vorwürfe gegen den Chef des Karlsruher Hauses mit rund 850 Mitarbeitern schwelen seit Mitte des Jahres. Unter anderem hatte der Personalrat in einem offenen Brief von Missständen gesprochen wie „Kontrollzwang, beständiges Misstrauen, cholerische Ausfälle“ seitens Spuhlers. Der entschuldigte sich nach der schweren Kritik und gelobte Besserung. Der Verwaltungsrat hielt zur Enttäuschung von Personalrat, Orchester- und Chorvorstand zunächst an Spuhler fest. Seine Weiterbeschäftigung sei die „beste Lösung für das Haus“, hatte Bauer damals nach mehreren Krisengesprächen versichert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: