Rund 50 Bürger nahmen am Workshop teil. Foto: Kristina Hackel - Kristina Hackel

Rund 50 Bürger haben beim Workshop in Mühlhausen im Palmschen Schloss über die zukünftige Verkehrs- und städtebauliche Gestaltung diskutiert. Zentrales Thema war die Erschließung des Baugebiets Schafhaus.

Mühlhausen Rund 50 Bürger haben sich zum zweiten Mal zu einem Workshop getroffen, um über den städtebaulichen und Verkehrsstrukturplan von Mühlhausen zu diskutieren. Wie Stadtplanerin Kristina Hackel erklärte, hat das Stadtplanungsamt mit dem Büro ISA (Internationales Stadtbauatelier) zu drei Themenschwerpunkten insgesamt sechs Arbeitstische vorbereitet.

Nach einem kurzen Einstiegsvortrag durch das Büro ISA hatten die Bürger die Möglichkeit, in den Arbeitsgruppen ihre Ideen und Ortskenntnisse mitzuteilen und an der Planung weiterzuarbeiten. „Umgebungsmodelle halfen dabei, die Gedanken zu verorten und zu visualisieren“, so Hackel. Es gab Fragen zum geplanten Baugebiet Schafhaus, darunter zum räumlichen, funktionalen und gestalterischen Erscheinungsbild, den Wegeverbindungen ebenso wie den sozialen Einrichtungen, wie einen weiteren Schulstandort und eine Kindertagesstätte und Pflegeheim. Auch die Mobilität und die Erschließung wurden diskutiert. Dabei ging es in einer Gruppe um den Vorschlag einer angebauten Straße zum Schafhaus, welches in der Gruppe befürwortet worden sei. Stadtplaner Andreas Hemmerich erklärte dazu: „Eine angebaute Straße ist eine innerörtlich verlaufende Straße, die auch zur Erschließung der angrenzenden Grundstücke genutzt wird. Sie hat begleitende Gehwege und gegebenenfalls Bäume, Radwege und Parkplätze. Da beim Schafhaus ja auch der Verkehr nach Kornwestheim, zu Selecta-Klemm und gegebenenfalls zum Sonnenhof über diese Straße abgewickelt werden soll, sprechen wir von einer typischen innerörtlichen Hauptverkehrsstraße.“

Alternativ werde beim Schafhaus auch eine am Bebauungsrand verlaufende Umfahrungsstraße diskutiert. Diese hätte keine Erschließungsfunktion. In der Regel würden dann zwischen solchen Umgehungsstraßen und der Bebauung entsprechende Lärmschutzmaßnahmen wie Einschnitt, Lärmschutzwand, Lärmschutzwall, erforderlich sein, die eine erhebliche Trennwirkung verursachten. „Auch wäre eine Umfahrungsstraße für den Autoverkehr attraktiver, wodurch eine Verkehrsverlagerung auf die Achse Kornwestheim – Mühlhausen – Fellbach zu erwarten ist“, so Hemmerich. „Im Workshop haben sich die Teilnehmer größtenteils gegen eine Umfahrung und für eine angebaute Hauptverkehrsstraße ausgesprochen.“

Bei den Themenbereichen Ortsmitte ging es um das Veitsplätzle und dessen künftige Nutzung und die Kreuzung Aldinger/Mönchfeldstraße. „Was die Verkehrslenkung betrifft, spricht alles für einen Kreisverkehr, dass dieser am meisten bringt“, so der Eindruck vom Bürgervereinsvorsitzenden Heinz Morhard. Weitere Themen seien die Öffnung zum Neckar gewesen, der erlebbarer werden soll, und auch die Bebauung mit Seniorenheim und Betreutem Wohnen oder einer Pension beim ehemaligen Kiosk. Auch der Platz an der Turn- und Versammlungshalle wurde diskutiert sowie ein möglicher Abriss und Neubau der Turnhalle, ergänzt um das Thema Mehrgenerationenhaus.

Die Öffnung des Feuerbachs sei verworfen worden, so Morhard, aber einen Bach mit Begrünung könne man sich vorstellen am Gasthaus Löwen vorbei bis zu einem möglichen Mehrgenerationenhaus.

Nach der Arbeitsphase wurden die Ergebnisse im Hof des Plam’schen Schlosses im Plenum den Bürgern präsentiert. „Insgesamt war es eine sehr harmonische Veranstaltung und tolle Stimmung. Die Bürger haben sich intensiv mit den Themen beschäftigt und hatten sehr viele gute Ideen“, erklärte Hackel zur letzten Bürgerwerkstatt zum Strukturplan Mühlhausen. Das Büro ISA stelle wieder ein Ergebnisprotokoll zusammen und arbeite bis zum Herbst den Strukturplan für Mühlhausen aus. Im November wird es eine Informationsveranstaltung geben, bei der der Plan den Bürgern vorgestellt wird, kündigte Hackel an. Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann erklärte, dass die Bürger im Oktober nochmals über den Verkehrsstrukturplan informiert werden.

„Es ist sehr gut gelaufen. Je tiefer der Einstieg in die Gegebenheiten gelingt, desto detailliertere und überraschendere Lösungsansätze werden eingebracht“, zog Bohlmann Bilanz. Die überwiegende Mehrheit sei beim ersten Workshop mit dabei gewesen, diejenigen, die dazu kamen, hätten noch weitere Sichtweisen eingebracht. Dies habe sich aus seiner Sicht positiv ausgewirkt. „Ich bin gespannt, wie die Resonanz der Bürger und des Bezirksbeirates zu den erarbeiteten Richtungshinweisen sind. Wichtig für alle Beteiligten war, dass es unabhängig von den notwendigen Entscheidungen zum Schafhaus, noch dieses Jahr Ergebnisse zum Verkehr und der Mitte von Mühlhausen geben soll. Wenn uns dieses gelingt, dann haben wir einen ersten positiven Schritt in der Umsetzung geschafft und die Bürger sehen, dass wir nicht nur schöne Konzepte erstellen, sondern diese auch realisiert werden.“

Weitere Informationen zum Thema unter www.stuttgart-meine-stadt.de

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