Bad Cannstatt - Der SV Cannstatt bleibt in der 2. Wasserballliga weiterhin punktlos: Gegen den Tabellenführer aus Weiden verloren die Gastgeber deutlich mit 10:16 (0:5, 4:2, 1:7, 5:2) - dabei wurde den Cannstattern vor allem eine schwache Auftaktphase zum Verhängnis.

Es schien wie der häufig zitierte „Kampf zwischen David und Goliath“: Auf der Seite der bayerischen Gäste stand eine bestens eingespielte Mannschaft, die bereits seit Jahren in dieser Konstellation in den höchsten Ligen des Wasserballsports vertreten ist und die 2. Liga derzeit mit deutlicher Dominanz anführt, während die Gegenseite zweifelsohne als „blutjunger David“ bezeichnet werden könnte: Gerade einmal 21 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Gastgeber, die trotz mangelnder Erfahrung nicht die Flinte ins Korn werfen wollten. Schließlich konnte man bisher noch keinen Zähler an den Neckar entführen, wenn gleich die bisherigen drei Begegnungen der Saison eine richtige Richtung durchaus erkennen ließen.

Diese positive Grundstimmung ließen die Cannstatter gegen den SV Weiden 1921 jedoch zunächst gründlich vermissen. Bereits nach zwei Minuten Spielzeit konnten die Weidener mit drei Toren in Führung gehen, während sich die heimischen Fans bis in den zweiten Abschnitt hinein gedulden mussten, ehe Tim Kraut mit seinem Schuss zum 1:6 die Torflaute beendete. Nun, in der anschließenden Sturm- und Drangphase der Cannstatter, zahlte sich für den SV Weiden der im ersten Viertel erarbeitete Vorsprung aus. So blieben die Bayern trotz eines schwachen zweiten Abschnitts in Führung und bauten diese anschließend gegen weiterhin schwächelnde Gastgeber nach dem Seitenwechsel weiter aus. Erst in den finalen Spielminuten zeigte der SVC erneut seine durchaus vorhandene Klasse, die gegen den konzentriert verteidigenden Tabellenführer jedoch nichts mehr auszurichten vermochte. Mit 10:16 verpassten die Jungs vom Neckar schlussendlich auch die vierte Chance, erste Punkte einzufahren und den Abstand zu den gefährlichen Abstiegsplätzen zu vergrößern. Eine Tatsache, die auch Kapitän Lennart Löscher zu einem enttäuschten Fazit führte: „Wir haben den Anfang leider total verpennt, sonst hätte das echt ein Spiel auf Augenhöhe werden können. Wir hatten ja, besonders im zweiten und vierten Viertel, die Chancen und konnten uns phasenweise als ebenbürtig präsentieren.“ Bei all der Suche nach Konstanz im eigenen Spiel wollte Löscher jedoch keinesfalls die positiven Lichtblicke in der Mannschaft verhehlen. Neben den immer sicherer ausgeführten Angriffen ist dies vor allem Neuling Braeden Drennan, der sich auch bei seinem zweiten Auftritt in Cannstatter Badehose seine individuelle Klasse unterstrich. „Er passt super ins Team. Seine Spielweise in der Vorwärts- wie auch in der Rückwärtsbewegung wird für uns diese Saison mit Sicherheit noch wertvoll werden.“ Vielleicht wird der Neuseeländer bereits im letzten Spiel des Jahres gegen die Wasserfreunde aus Ludwigshafen zur Schlüsselfigur. Die Pfälzer werden am 17. Dezember zum spätadventlichen Duell an der Mombachquelle erwartet, bei dem sich nicht nur Trainer Andras Feher ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk in Form von Ligapunkten erhofft. Auch Kapitän Lennart Löscher hofft auf eine friedvolle Bescherung: „In dieser Liga sind sehr viele Teams sehr nahe beieinander, darunter auch Ludwigshafen und wir. Jetzt kommt es am Sonntag im Mombachbad vor allem auf unsere individuelle Tagesform an. Aber die Chancen stehen gut.“ So kurz vor Weihnachten wird beim SVC also weiterhin fokussiert aufs Jahresende hintrainiert - und zwar sicherlich nicht am Glühweinstand.

Die Tore für den SV Cannstatt erzielten: Tim Kraut (3), Braeden Drennan, Finn Julius Wörn (je 2), Christoph Vorpahl, Julian Thran, Lennart Löscher (je 1). Felix Heck

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