Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist eine Großbaustelle. Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Stuttgart (lsw) – Die Partner des Bahnprojektes Stuttgart 21 wollen sich zusammenraufen, um Kosten- und Terminrisiken bei dem Milliardenvorhaben zu minimieren. Er wolle dazu einladen, gemeinsam die Probleme zu beheben, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn gestern nach dem Lenkungskreis-Treffen.

„Man kann sehr viel praktisch optimieren, wenn man wirklich will“, so Kuhn. Ziel sei, 500 Millionen Euro einzusparen und den Fertigstellungstermin Ende 2021 zu halten. Auch Bahnvorstand Volker Kefer und Landesverkehrsminister Winfried Hermann unterstrichen ihr Interesse daran, Kosten und Termine zu halten. Die von ihm in der Vergangenheit auf 80 Prozent bezifferte Wahrscheinlichkeit, dass die Fertigstellung von S 21 sich ein Jahr verspäte, gelte zwar noch, sagte Kefer. Aber es bestünden gute Chancen, doch noch im Zeitplan zu bleiben. Dafür stelle die Bahn mehrere Hundert Millionen Euro bereit. Um Finanzierungslücken zu vermeiden, würden derzeit Gegensteuerungsmaßnahmen erarbeitet. Er und die Bahn stünden zu dem umstrittenen Vorhaben. Der Infrastrukturvorstand betonte: „Dieses Projekt wird zu Ende gebaut.“
Nach der jüngsten Kostenprognose der Bauherrin Deutsche Bahn ist der Risikopuffer für den bis zu 6,526 Milliarden Euro teuren Tiefbahnhof in Stuttgart samt Anbindung an die Neubaustrecke nach Ulm auf 15 Millionen Euro geschrumpft. Bislang sind 1,5 Milliarden Euro verbaut. Die Stadt Stuttgart trägt knapp 300 Millionen Euro, das Land 930 Millionen Euro zum Projekt bei. Verkehrsminister Hermann hält eine Kostenschätzung eines Münchner Verkehrswissenschaftlers von 9,8 Milliarden Euro für nicht völlig unrealistisch.
Dissens gab es zwischen Bahn einerseits und Land und Stadt andererseits über die von Kefer auf rund 600 Millionen Euro geschätzten „externen Risiken“. Kefer verwies auf veränderte Rechtsprechungen etwa beim Lärmschutz. Verkehrsminister Hermann rechnet etwa den Artenschutz den regulären Projektkosten zu, die von Anfang an zu berücksichtigen seien. Auch, dass die Bahn bei Tunnelbohrungen auf das schwierige Gestein Anhydrit stoßen könnte, sei vorhersehbar gewesen. Aber auch Hermann betonte, das Land werde helfen, Kosten zu reduzieren und zeitliche Verzögerungen zu vermeiden.