Abbildung 1:Wasserstoff lässt sich vielseitig einsetzen und ist in großen Mengen verfügbar. Doch in welchen Bereichen wird sich Hydro-Technologie durchsetzen? Foto: Darren Halstead / Unsplash.com

Das Klima steht seit Jahrzehnten unter Druck. Inzwischen bekommt der Mensch diese Auswirkungen deutlich zu spüren. Seitens der Politik wurden ambitionierte Klimaschutzzeile beschlossen. Aber: Hier nur auf das E-Car zu setzen, wird am Ende nicht reichen.

Es braucht eine mehrgleisige Strategie, um an dieser Stelle voranzukommen. Wasserstoff wird als eines jener Elemente angesehen, mit denen sich die Ziele erreichen lassen. Sind solche Ansichten – angesichts des Stands der Technik – überhaupt realistisch? Ergibt sich an dieser Stelle vielleicht sogar für den einen oder anderen Anleger die Chance, mit Aktien und Fonds von einem Zukunftstrend zu profitieren? 
 

Wie lässt sich Wasserstoff zum Klimaschutz nutzen?

Im Rahmen der Energiewende soll Wasserstoff verstärkt zum Einsatz kommen. Dabei richtet sich der Fokus einer breiten Öffentlichkeit erst allmählich auf dieses Gas. In der Wahrnehmung dominieren zwei Eigenschaften: 

  • Explosivität
  • Flüchtigkeit.

Speziell den explosiven Charakter hat das Gas Wasserstoff in der Vergangenheit spektakulär wie tragisch unter Beweis gestellt. Die Katastrophe der Hindenburg läutete das Ende der Luftschifffahrt ein – und suggerierte, dass die Verwendung von Wasserstoff in eine Sackgasse führt.


Mit zunehmend besseren Methoden in:

  • Herstellung
  • Speicherung
  • Transport
  • Verbrauch

gewinnt das Gas für den Klimaschutz an Bedeutung. Hintergrund: Sobald Wasserstoff verbrannt wird, entsteht Wasser. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern ist Wasserstoff ein klimaneutraler Brennstoff. Eingesetzt werden kann das Gas unter anderem als:

  • Brennstoff für Motoren zur Fortbewegung
  • Brennstoff zur Stromerzeugung
  • Brennstoff zum Erzeugen von Wärme.

Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer Anwendungen. So kann Wasserstoff in der Industrie als Reduktionsmittel genutzt werden. 
Aber: Um das Ziel der Klimaneutralität auch wirklich zu erreichen, muss Wasserstoff als Gesamtpaket betrachtet werden. Dessen Herstellung erfolgt mithilfe unterschiedlicher Methoden. Einmal ist die Gewinnung im Rahmen einer Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen möglich. Hier angesetzt, müssen die Ausgangsprodukte in die Bewertung einbezogen werden.
Ein zweites Herstellungsverfahren beruht auf Spaltung von Wasser. H2O liefert unter Zuhilfenahme von elektrischer Energie (Elektrolyse) die Reaktionsprodukte Wasserstoff und Sauerstoff. Hier ist entscheidend für die Klimabilanz, aus welcher Quelle der Strom stammt. Eine Verwendung fossiler Energieträger unterläuft den Gedanken an grünen Wasserstoff. 

Wie können Anleger einsteigen? 

Wasserstoff ist nicht einfach nur ein Gas oder Reaktionsmittel in der chemischen Industrie. Es handelt sich am Ende um einen Brennstoff, welche mit den geeigneten Verfahren in der Mobilität eine Rolle spielen kann. Dabei geht es nicht allein darum, wie Verbraucher von A nach B kommen. Hier steckt die Technik – was auch die Zulassungszahlen beim KBA belegen – in den Kinderschuhen.
Auch die Logistik und der Warenverkehr profitieren von Wasserstoff. Trader können auf den Zug immer noch aufspringen. Es gibt eine ganze Reihe börsennotierter Konzerne, welche in der Forschung und Entwicklung eine Rolle spielen. Es sind unter anderem Autobauer, die chemische Industrie und der Maschinenbau, welche von Wasserstoff profitieren. Entsprechend entwickeln sich deren Kurse.
Wer als Anleger nicht direkt auf die Wasserstoff Aktien der Unternehmen setzen will, kann einen Umweg einschlagen – über Investment Fonds oder ETFs. Letztere haben den Vorteil niedriger Kosten und die Möglichkeit Risiken zu streuen. Aber auch in CFDs (Differenzkontrakte) ist eine Möglichkeit zu sehen, auf Wasserstoff zu setzen. Aber: Hier wird mit Hebel gehandelt, was das Trading herausfordernd macht.

Wie weit ist die Technologie fortgeschritten?

Eine Herausforderung im Zusammenhang mit Wasserstoff und dessen Nutzung ist die Energiebilanz. Nur, wenn über die gesamte Prozesskette betrachtet kein CO2 entsteht, kann der Wasserstoff auch als CO2-neutral gelten. Alle Verfahren, bei denen dieser Anspruch nicht erfüllt ist, folgen dem Klimaschutz-Gedanken am Ende nur partiell – also, wenn einzelne Bereiche der Prozesskette betrachtet werden.
Welcher Wasserstoff zum Einsatz kommt, lässt sich über dessen „Farbe“ erkennen:

  • Grüner Wasserstoff – Herstellung über regenerative Energie, komplett CO2-neutral
  • Blauer Wasserstoff – auf Basis fossiler Kohlenwasserstoffe gewonnen, Treibhausgase bei Förderung und Transport
  • Türkiser Wasserstoff – thermische Spaltung fossilen Methans (Methanpyrolyse), fester Kohlenstoff entsteht
  • Grauer Wasserstoff – aus fossilen Brennstoffen (Dampfreformierung), CO2 landet in Atmosphäre

Die Technik zur Nutzung von Wasserstoff ist in der Praxis nicht so weit verbreitet wie Elektroantrieb. Für die Verwendung in der Mobilität – wo seit einigen Jahren der Fokus liegt – setzen Entwickler auf die Brennstoffzelle. Hier wird Wasserstoff als Brennstoff umgesetzt. Dabei entsteht wiederum Strom, welcher einen Elektromotor antreibt. Wie wichtig die Technik in den kommenden Jahren werden kann, zeigt das Beispiel Honda. Der japanische Autobauer plant Berichten zufolge, sich bereits ab 2040 komplett aus der Verwendung klassischer Verbrennungsmotoren mit fossilen Energieträgern zu verabschieden. Man will dann nur noch elektrisch oder mit Wasserstoff unterwegs sein.
Außerdem kann Wasserstoff in dieser Form netzunabhängig Energie liefern. Hierzu wird auf spezielle Brennstoffzellenheizungen gesetzt. In einigen Ländern sind solche Anlagen bereits in Betrieb – hunderttausendfach. Im direkten Vergleich mit der Bedeutung, welche herkömmliche Anlagen haben, ist das Ganze aber immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein. 
Auf lange Sicht wird Wasserstoff in drei Hauptrichtungen zum Einsatz kommen:

  • Power-to-Gas
  • Power-to-Chem
  • Power-to-Heat.

Power-to-Gas bedeutet die Herstellung von Brenn- und Kraftstoffen auf Basis von Wasserstoff. Power-to-Chem steht für die Gewinnung als Rohstoff in der chemischen Industrie. Die dritte Option zielt letztlich darauf ab, Wasserstoff zu einem Energieträger zur Wärmegewinnung zu machen.


Fazit: Wasserstoff hat eine Zukunft


Die Politik will den Ausstoß klimaschädlicher Gase deutlich verringern. Im Fokus hat lange der Elektroantrieb gestanden. Inzwischen wächst die Aufmerksamkeit, welche Wasserstoff erfährt. Hier ist eine klimaneutrale Herstellung möglich. Aber: Die Technik steckt – was eine breite Massenanwendung betrifft – immer noch in den Kinderschuhen. Es fehlt an Autos mit Brennstoffzellen-Antrieb, die sich jeder Verbraucher leisten kann. Was die Technik aber auch jeden Fall interessant macht: Wasserstoff ist nicht nur Brennstoff für die Mobilität, sondern lässt sich auch zur Stromerzeugung oder Wärmeenergie-Gewinnung einsetzen. 


 

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