Gutachter haben der Schusterbahn zwischen Kornwestheim und Untertürkheim ein „sehr hohes Nachfragepotenzial“ bescheinigt, wenn sie ausgebaut wird. Foto: M. Kuhn

Ein Gutachten des Landes hat der Schusterbahn, die von Untertürkheim nach Kornwestheim verkehrt, ein sehr hohes Nachfragepotenzial bescheinigt. Für die Region kann dies ein Anreiz sein, die Strecke auszubauen.

Untertürkheim - Von dem Ergebnis der jüngsten Untersuchung des Landesverkehrsministeriums zu „stillgelegten Bahnstrecken“ war SPD-Regionalrat Thomas Leipnitz nicht überrascht – aber äußerst erfreut. Insgesamt 42 stillgelegte oder ausbaufähige Bahnstrecken im gesamten Land haben die Experten unter die Lupe genommen. Die Untersuchung sollte zeigen, ob es sich rechnet, die Verbindungen zu reaktivieren. Auf Grundlage des zu erwartenden Fahrgastaufkommens wurden die Strecken in vier Kategorien eingeteilt. Die bereits bestehende Bahnlinie Kornwestheim – Untertürkheim schaffte es in die erste Kategorie: Der Schusterbahn wurde ein sehr hohes Nachfragepotenzial von mindestens 1500 Fahrgästen pro Schultag attestiert. „Das ist ein starkes Signal für eine künftige Bahnstrecke Untertürkheim – Kornwestheim“, freute sich auch Grünen-Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch. Jetzt liege es an dem Kommunen oder der Region, die Chance zu nutzen. Immerhin hat Verkehrsminister Winfried Hermann betont, dass die Rahmenbedingungen für neue Reaktivierungsvorhaben so günstig wie noch nie seien. Er ermutigte die Kommunen, zügig konkrete Planungen voranzutreiben. Der Bund fördere die Baukosten mit bis zu 90 Prozent und das Land beteilige sich an den verbleibenden Kosten.

Regionalrat Leipnitz vernimmt dies mit großer Freude und Hoffnung. Seit Jahren kämpft der Untertürkheimer für die Ausweitung des Zugverkehrs auf der beliebten Schusterbahn. Zurzeit verkehren die Züge der Schusterbahn nur in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und an Abend, und zwar von Untertürkheim nach Kornwestheim und zurück. Im Regionalparlament gibt es aber Bestrebungen den Betrieb auf den gesamten Tag auszudehnen. In einem interfraktionellen Antrag baten die Regionalräte der Grünen, SPD, FDP und der Linken im Mai zudem die Regionalverwaltung, die notwendigen Schritte für die Erweiterung der Schusterbahn von Bietigheim bis Plochingen einzuleiten.

Das Gutachten werde zu einem weiteren Schub für die Planungen führen, ist Leipnitz überzeugt. Jetzt gelte es, schnell zu reagieren. „Wir stehen mit der Schusterbahn in der Poleposition“, sagt Leipnitz. Die Region Stuttgart habe die vom Lan gewünschten Hausaufgaben bereits gemacht. Im vergangenen Jahr hat eine Untersuchung ein Potenzial von 19 000 Fahrgästen pro Werktag bei einer Weiterführung von Bietigheim nach Plochingen bescheinigt und noch bis Ende des Jahres will die Bahn genauere Fakten zu den möglichen Betriebskosten vorlegen. „Für die Region besteht jetzt die Gelegenheit, Geld zu sparen, indem das Projekt ins Bundesförderprogramm aufgenommen wird. Zudem hat Verkehrsminister Hermann angekündigt, dass das Land die Kosten für den künftig Betrieb übernehmen wird. Wir müssen im Verkehrsausschuss prüfen, wie wir die Planungen beschleunigen können“, so Leipnitz.

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