Noch eine Woche, bis zum 13. Oktober, drehen sich Riesenrad und Kettenkarussell auf dem Cannstatter Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

Zufriedenen Gesichter auf dem Cannstatter Wasen. Zur Hälfte des 174. Cannstatter Volksfestes ziehen Festwirte, Schausteller, Marktkaufleute und Veranstalter eine positive Bilanz.

Bad CannstattHalbzeit für das 174. Cannstatter Volksfest. Acht der 17 Tage haben Schausteller, Marktkaufleute und Festwirte hinter sich gebracht. „Wir ziehen mit einem zufriedenen Lächeln Zwischenbilanz“, sagt Andreas Kroll. Der Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft berichtet von „rund 1,5 Millionen Besuchern bislang“. Damit befinde man sich auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Die wetterbedingten Ausschläge würden die Zahlen nicht maßgeblich nach unten ziehen. Prognosen werden nicht abgegeben. „Das hängt ganz vom Wetter der kommenden Tage ab.“

Die guten Besuchertage wie Wochenende, Familientag und Feiertag hätten gut funktioniert, beschreibt Marcus Christen, bei in.Stuttgart als Abteilungsleiter für die Wasenveranstaltungen zuständig. Der Samstag sei gut, der Sonntag sogar „sensationell“ gewesen. Um am 3. Oktober sei der Platz mehrfach umgeschlagen worden. Das heißt, es gab zweieinhalb bis drei Mal Besucherwechsel. Das stimme ihn zuversichtlich. Denn: „Die erste Woche ist in der Regel die schwächere.“ Dennoch sei der Besuch gut gewesen.

Während die Festwirte an allen Tagen stark frequentiert waren, hätte sich der Temperatureinbruch für die Fahrgeschäfte negativ ausgewirkt. „Es ist zu schnell kalt geworden.“ Jetzt müsse man abwarten. Noch stehen zwei Wochenenden und ein Familientag bevor. Spiele das Wetter mit und es bleibt trocken, könne einiges aufgeholt werden.

Auch die Schausteller sind bislang zufrieden. „Wir befinden uns im grünen Bereich“, sagt Mark Roschmann, der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Südwest. Seine Kollegin Linda Brandl, Vizepräsidentin des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute, spricht von einem „ganz normalen Volksfest mit Höhen und Tiefen“. Die Hoffnungen ruhen auf dem Wochenende. Hält das Wetter, dann verteilt sich der Wasenbesuch auf die vier Tage – Feiertag, Brückentag und Wochenende. Größeren Fahrgeschäften würden sechs gute Tage reichen, um über die Runden zu kommen. Kleinere Betriebe benötigen jedoch an allen Tagen Kundenfrequenz.

Der Feiertag sei einer des best besuchten der vergangenen Jahre gewesen, stellt Andreas Kroll fest. Anders jedoch als 2014, musste der Festplatz nicht geschlossen werden. Vor fünf Jahren fiel der 3. Oktober auf einen Samstag, zusätzlich waren Landwirtschaftliches Hauptfest und beste Wetterbedingungen. Da war die Kapazitätsgrenze, die bei 94 000 Besuchern liegt, erreicht und weitere Massen strömten zu den Zugängen. Aus Sicherheitsgründen wurden die Zugänge kurzzeitig geschlossen. „Damals war der Besucherschichtwechsel in allen Zelten zur gleichen Zeit“, erläutert Christen. Das wurde zwischenzeitlich geändert und erfolgt jetzt gestaffelt. „Der Zeltewechsel funktioniert jetzt gut.“ Zudem wurden auch die Zu- und Abgangsstation zum Festplatz an besucherstarken Tagen koordiniert und die Fußgängerströme gelenkt.

Inzwischen gebe es viel Routineabläufe. „Das Sicherheitskonzept wurde verbessert und Feinjustierungen vorgenommen“, so Kroll. „Das hat sich bewährt.“ Einen positiven Nebeneffekt verspricht sich der Geschäftsführer auch von der Turn-WM, die noch bis 13. Oktober im benachbarten Hallenduo ausgetragen wird, und ihren insgesamt 100 000 Besuchern. „Die internationalen Gäste tragen das Volksfest in die Welt hinaus.“ Erstmalig findet das Abschlussbankett in einem Festzelt statt. Positiv registriert wird auch die steigende Zahl der Busse aus ganz Deutschland, die das Fest ansteuern. „Allein am Samstag waren es mehr als 500“, so Christen. Das sei der P 9, der jetzt als Busparkplatz ausgewiesen ist, an seine Grenzen gestoßen.

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