Schmiden (red) - Seit gut einem Jahr sind in der Zeppelinschule und der Albert-Schweitzer-Schule in Schmiden Gemeinschaftsschulen eingerichtet. Die Rektoren Renate Czischek und Bernd Hauslaib berichteten im Sozialausschuss über die gemachten Erfahrungen.

Beide sind von der Grundidee der Gemeinschaftsschule begeistert: „Hier können die unterschiedlichen Begabungen der Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden.“ Jedes Kind werde so angenommen, wie es ist, habe konkrete Erfolgserlebnisse und gehe deshalb umso lieber in die Schule. Andererseits biete die Gemeinschaftsschule Standards des Gymnasiums, der Real- und Hauptschule an und schaffe eine Lernumgebung mit vielfältigen Lernformen und Methoden. „Die Beziehungen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern sind wesentlich enger als bei herkömmlichen Schularten“, so die beiden Rektoren.

Der Unterricht an den Gemeinschaftsschulen unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom üblichen Schulalltag. So werden die Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 nicht schulartspezifisch voneinander getrennt, sondern lernen länger gemeinsam. Die Entscheidung über den angestrebten Schulabschluss fällt dann erst wesentlich später. Die Schüler können in den einzelnen Fächern ihr Niveau selbst bestimmen und sich zwischen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entscheiden. Auch ihr eigenes Lerntempo wählen sie selbst. Die Lern- und Übungsphasen finden allesamt ausschließlich in der Schule statt - Hausaufgaben gibt es nicht. Lernfortschritte werden nicht über Klassenarbeiten, sondern über spezielle Kompetenznachweise ermittelt. Es werden ausführliche Lernentwicklungsberichte erstellt. Und es gibt kein Sitzenbleiben. Die Schüler selbst führen ein Lerntagebuch mit Unterrichtszielen und einem Mitteilungsfeld für Eltern und Lehrer. Und natürlich gehört auch eine moderne Medienausstattung mit Computern, Druckern und Beamern zum Alltag an einer Gemeinschaftsschule.

Renate Czischek räumte ein, dass der Zeit- und Arbeitsaufwand für die Lehrer in der Gemeinschaftsschule deutlich höher ist als im herkömmlichen Unterricht. Aber der Aufwand lohne sich, bestätigte Bernd Hauslaib.

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