Der Eiermann-Campus am Autobahndreieck Stuttgart: Dort ist ein neues Stadtquartier für 4000 Menschen geplant. Foto: LGL/LGL

Linksbündnis und SPD im Gemeinderat dringen darauf, dass die Stadt einen Einstieg beim ins Stocken geratenen Quartiersbau auf dem früheren IBM-Gelände im Stadtbezirk Vaihingen prüft. Sollte das Areal, das im Besitz der finanziell angeschlagenen Adler-Group ist, verkauft werden, müsse die Stadt aktiv werden.

Nach dem Linksbündnis im Gemeinderat fordert nun auch die SPD-Fraktion, dass die Stadt beim ins Stocken geratenen Quartiersprojekt auf dem Eiermann-Campus im Stadtbezirk Vaihingen aktiv eingreift. In einem Antrag fordern die Sozialdemokraten, dass im Fall eines Grundstücksverkaufs durch den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Investor Adler-Group die Stadt Gespräche mit Adler über einen Ankauf des rund 200 000 Quadratmeter großen Areals führt. Dies solle den Bau bezahlbarer Wohnungen auf dem Gelände sicherstellen, heißt es in dem Antrag.

SPD will Gespräche mit Adler über einen Grundstückskauf führen

„Jetzt habe wir die Chance, die in der Vergangenheit verpasst wurde, das Eiermann-Areal als Stadt zu kaufen und selbst zu entwickeln. Und eine solche Chance sollten wir jetzt nicht vertun“, so Stadträtin Lucia Schanbacher. Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) hatte in der vergangenen Woche den Bebauungsplan für das frühere IBM-Gelände auf Eis gelegt, nachdem Wirtschaftsprüfer dem Luxemburger Immobilienkonzern ein Testat für seine Bilanz verweigert hatten und der Börsenkurs des Unternehmens in der Folge massiv eingebrochen war. Pätzold begründete seinen Schritt mit Zweifeln an der Handlungsfähigkeit des Investors, der dort eigentlich rund 2000 Wohnungen nebst Infrastruktur und Büros erstellen wollte.

Linksbündnis: Campus zum städtebaulichen Entwicklungsgebiet machen

Linken-Stadtrat Luigi Pantisano hatte daraufhin ein aktives Einschreiten der Stadt angemahnt. Seine Fraktionsgemeinschaft hat inzwischen per Antrag gefordert, das Areal als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme auszuweisen: Dadurch könnte die Stadt selbst beim Wohnungsbau einsteigen – das Areal wäre zumindest vorübergehend der Grundstücksspekulation entzogen.