Nach 25 Jahren ist heute der letzte Arbeitstag im Rektorat des „Wiggy“. Ute Fohrer geht in Ruhestand. Foto: Kuhn

Aus drei Wochen als Springerin wurden 25 Jahre im Sekretariat des Wirtemberg-Gymnasiums. Jetzt geht Ute Fohrer mit 62 Jahren in den Ruhestand. Sie wird als gute Seele und Mittelpunkt der Schule beschrieben.

Untertürkheim - Eigentlich sollte Ute Fohrer nur drei Wochen im Sekretariat des Wirtemberg-Gymnasiums aushelfen. Aus den 21 Tagen wurde ein Vierteljahrhundert. „Ich war so genannte Springerin für die Schulen im Stuttgarter Norden. Im September 1995 wurde ich aber gebeten, ausnahmsweise in Untertürkheim einzuspringen“, erinnert sich die heute 62-Jährige. Als die Verantwortlichen des Wirtemberg-Gymnasiums und das Schulverwaltungsamt die „Springerin“ fragten, ob sie sich vorstellen könne, dauerhaft im „Wiggy“ mitzuarbeiten, musste der Familienrat Fohrer tagen. Aus der Halbtagsbeschäftigung wurde schließlich ein Fulltime-Job – zumal es halbe Sachen bei Ute Fohrer nicht gibt. Mit Herz, Seele und viel Verständnis für Lehrer, Schüler und Eltern war und ist sie bei der Sache. „Wer sich hier nicht mit der Schule identifiziert, ist fehl am Platz“, sagt sie. Der Familienrat – ihr Mann und ihre drei Kinder – stimmten zu und Fohrer arbeitete sich schnell ein. Für Generationen von Schülern war sie die Anlaufstelle bei Fragen, Kummer und Wünschen. Mit drei Rektoren, drei stellvertretenden Schulleitern und mehreren Dutzend Lehrkräften hat sie zusammengearbeitet – immer freundlich, hilfsbereit, einladend mit einem Lächeln im Gesicht – für alle. Sie war oft erster Ansprechpartner von Eltern und Behörden und nicht selten erfüllte sie eine Pufferfunktion zwischen Eltern und Schulleitung. „Manchmal haben Eltern am Telefon zunächst den Dampf abgelassen. Als Mutter von drei Kindern kann ich das verstehen und habe es nicht persönlich genommen“, sagt Fohrer lachend. Sie ist eine Institution. „Das Wirtemberg-Gymnasium ohne Sie kann ich mir gar nicht vorstellen“, dankte Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel der 62-Jährigen. „Die gute Seele und der Mittelpunkt der Schule“ schrieb ihr ein anderer Gratulant per E-Mail. „Ein absoluter Glücksfall für das Wiggy“, schrieb Martin Bizer, der langjährige Leiter des Wirtemberg-Gymnasiums, in ihr „Abschlusszeugnis“ und wünschte ihr alles Gute zum Ruhestand. Ganz so ruhig wird es im Hause Fohrer nicht werden.

Glücksfall fürs „Wiggy“

Nach 25 Jahren im Wirtemberg-Gymnasium habe sie sich bewusst für den Eintritt in die passive Altersteilzeit entschieden, sagt Fohrer. Sicher werde sie im September wieder wehmütig an die Schülerinnen und Schüler sowie die Kollegen denken, die dann ins neue Schuljahr starten. Aber sie freue sich auch, dass sie mit ihrem Mann Fernwanderungen unternehmen könne. Ihr Dank gilt den Kollegen, „die mich nicht als Tippse, sondern als Assistentin der Schulleitung geachtet haben.“

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