Die Weiler Hütte soll in etwa zwei Monaten wieder öffnen. Foto: Stefanie Schlecht

Die Weiler Hütte soll neue Pächter bekommen. Nach der kurzfristigen Kündigung der bisherigen Gastronomen sucht der Verein Nachfolger – und ist damit schon recht weit.

Wie geht es weiter bei der Weiler Hütte? Seit dem Wochenende ist die beliebte Waldgaststätte geschlossen, nachdem den bisherigen Pächtern kurzfristig gekündigt wurde. „Wir mussten die Notbremse ziehen“, sagt Jochen Hiller, der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft für Heimatpflege“. Dem Verein gehört die Weiler Hütte.

Herr Hiller, nach der Kündigung der bisherigen Pächter stehen die Zeichen auf Neuanfang. Wie weit sind Sie mit der Nachfolger-Suche?

Jochen Hiller: Sehr weit, wir sind auf der Zielgeraden. Nächste Woche soll die definitive Entscheidung fallen.

Welche Anforderungen müssen die neuen Pächter erfüllen?

Uns ist wichtig, dass die Küche familienfreundlich und preiswert gehalten wird. Wir brauchen keine Gourmet-Küche, die Hüttenatmosphäre steht im Vordergrund. Der Schönbuch ist ein Naherholungsgebiet, die Weiler Hütte ein wichtiger Anlaufpunkt. Wanderer und Familien sollen sich hier wohl fühlen. Wir brauchen jemanden mit der entsprechenden Erfahrung, und das wird auch klappen.

Jochen Hiller Foto: privat

Dennoch bleibt die Weiler Hütte bis zum Neustart zwei Monate geschlossen. Halten Sie das für problematisch?

Gar nicht. Ich habe da keine Bedenken. Die Weiler Hütte ist ein sehr beliebter Ort und hat überregionale Bedeutung. Da kommen die Leute nicht nur aus der direkten Nachbarschaft, sondern aus Tübingen, Stuttgart und Pforzheim. Wichtig ist für uns, dass wir vor Beginn der Biergartensaison wieder aufmachen.

Waren denn die kurzfristige Kündigung und das abrupte Ende notwendig?

Wir haben uns das lange überlegt und abgewogen. Es war jetzt aber nicht anders machbar, wir mussten die Notbremse ziehen. Die Unzufriedenheit der Gäste wurde immer größer, die Gastronomen haben sich verrannt. Die Weiler Hütte wurde heruntergewirtschaftet, ich muss das so klar sagen. Wir haben jetzt in Kauf genommen, dass wir zwei Monate schließen. Wir müssen mit den bisherigen Pächtern noch einiges abschließend klären – und dann geht man getrennte Wege.

Ist ein Umbau oder eine Renovierung notwendig?

Nein , die Hütte ist gut in Schuss, man muss nicht viel machen. Wir haben regelmäßig renoviert dank vieler helfender Hände. Wir sind ja auch regelmäßig vor Ort, haben unseren Vereinsraum unten drin und eine Werkstatt. Wir gehen auch immer wieder mit Seniorengruppen hoch und halten das Gelände in Stand. Die Hütte liegt ja mitten im Wald, da ist immer was zu tun.

Früher fanden in der Weiler Hütte ja sogar Schullandheime statt. Ist das nicht mehr möglich?

Nein, dafür sind die behördlichen Auflagen zu streng geworden, zum Beispiel beim Brandschutz. Aber Feste können wir noch veranstalten. Nach wie vor bleibt die Weiler Hütte aber vor allem Anlaufpunkt für Wanderer, Radfahrer und Familien, die einen Ausflug in den Schönbuch machen. Und für diese Gäste hat die Weiler Hütte einfach einen unschätzbaren Wert. 

Weiler Hütte

Entstehung
Auf Initiative des Vereins „Arbeitsgemeinschaft für Heimatpflege“ wurde die Weiler Hütte 1953 südlich von Weil im Schönbuch gebaut. Bis 1995 bewirtschaftete der Verein die Hüte ehrenamtlich am Wochenende.

Übergang
1996 übernahm die Gastronomenfamilie um Eberhard Hiller (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Vereinsvorsitzenden Jochen Hiller), der zuvor den Landgasthof und das Hotel Waldhorn in Holzgerlingen geführt hatte. Im Januar 2021, rund dreieinhalb Jahr vor seinem Tod, übergab Eberhard Hiller die Leitung an Lukasz Wasiak und Magdalena Lysakowska.

Differenzen Nach „zwei schwierigen Jahren“, wie die Pächter unserer Zeitung sagten, konnten Lysakowska/Wasiak zuletzt die Miete nicht zahlen. Zudem war der Verein unzufrieden mit Service und Preisgestaltung. Mitte Januar erfolgte die fristlose Kündigung, seit 31. Januar ist geschlossen.