Ein Räumfahrzeug des Winterdienstes ist in Baden-Württemberg im Einsatz. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen kam es wegen Streiks hingegen zu Einschränkungen. Foto: Thomas Warnack/dpa

Der Winter hat Deutschland im Griff. Bei Schnee und Eis streikt der Winterdienst in Teilen des Landes, Autofahrer passen sich an. Auch am Wochenende soll es kalt bleiben.

Hannover/Kiel - Schnee und Eis auf Straßen - aber der Winterdienst streikt: Wegen Warnstreiks im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder ist es bei den Winterdiensten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu Einschränkungen gekommen.

Die Autofahrer hätten sich aber an die Witterungsverhältnisse angepasst, sodass es kein Verkehrschaos gegeben habe, hieß es vonseiten der Polizei.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte der Straßenmeistereien in Niedersachsen und Bremen zum 24-stündigen Warnstreik ab Donnerstag, 6.00 Uhr, aufgerufen. In Schleswig-Holstein rief Verdi die Beschäftigten im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zum Streik auf.

Warnstreik verzögert Räumung etwas

In dem Tarifstreit geht es um die Gehälter für bundesweit rund 1,1 Millionen Angestellte. Betroffen wären zudem rund 1,4 Millionen Beamte, auf die das Ergebnis üblicherweise übertragen wird. Am Mittwochabend sei noch gestreut worden, die Räumung durch private Räumdienste dauere am Donnerstagmorgen nur etwas länger, erklärte ein Verdi-Sprecher.

Vor Beginn des Warnstreiks wurden bei Grömitz in Schleswig-Holstein sechs Menschen bei einem Verkehrsunfall verletzt, vier davon schwer. Dort war ein Mann mit seinem Wagen in einer Rechtskurve in den Gegenverkehr geraten und mit einem anderen Auto zusammengestoßen.

Auch in den nächsten Tagen soll es in Deutschland winterlich bleiben. Von Norden her sickere noch etwas kältere Luft ein, teilte der Meteorologe Sebastian Altnau vom Deutschen Wetterdienst mit. Dann stehe fast landesweit Dauerfrost auf dem Programm.

Am Freitag liegen die Höchstwerte im Süden und an den Küsten zwischen ein und fünf Grad, ansonsten erreichen die Temperaturen minus vier bis null Grad. In den südlichen und mittleren Landesteilen fällt überwiegend Schnee, nur vom Hochrhein bis ins Alpenvorland regnet es. In der Nacht werden vom Süden bis zum östlichen Mittelgebirgsraum teils kräftige Schneefälle erwartet, es kann bis zu minus acht Grad kalt werden.

Am Adventswochenende schneit es

Am Samstag schneit es vom Alpenrand bis zur Lausitz. "Bis zum Abend sind zwischen Schwarzwald und Niederbayern je nach Höhenlage ein bis zehn Zentimeter, in Staulagen des Berglandes auch bis 15 Zentimeter zu erwarten", kündigte der Meteorologe an. Ansonsten gibt es bei dichter Bewölkung nur einzelne Schneeschauer. Die Temperaturen liegen zwischen minus fünf und plus drei Grad.

Mit ähnlichen Werten geht es am ersten Adventssonntag weiter. Überwiegend gibt es nur einzelne Schneeschauer, etwas mehr schneien kann es gebietsweise im Westen und Südwesten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für einen Großteil Deutschlands eine amtliche Glätte-Warnung herausgegeben, die bis Donnerstagvormittag galt. Wegen Glatteis war am Mittwochabend eine Eurowings-Maschine nach ihrer Landung am Hamburger Flughafen ins Rutschen gekommen. Verletzt wurde dabei niemand, wie eine Sprecherin des Airports sagte. Der Flughafenbetrieb sei normal weitergegangen.