Gartenbesitzer nutzen das Wetter, arbeiten im Garten und bringen den Grünschnitt zur Deponie Einöd. Foto: Mathias Kuhn

Die Wertstoffhöfe verzeichnen einen Ansturm. Bürger entrümpeln den Keller und arbeiten im Garten. Bei der Grüngutabgabe gelten auch Sicherheitsregeln. Nur zehn Autos dürfen aufs Gelände.

Hedelfingen - Viele Stuttgarter sind nicht an ihrem Arbeitsplatz. Sie arbeiten teilweise von daheim aus, betreuen die Kinder und versuchen sich die Sorgen zu vertreiben. Das schöne Frühlingswetter lockt Familien in die Gärten. Die Reste des Winters müssen entsorgt, Äste geschnitten, verdorrte Pflanzen entfernt und neue eingesetzt werden. Auch mancher Keller oder Dachboden wird entrümpelt. Doch wohin mit dem Gerümpel, alten Geräten und dem Grünschnitt? Die Landeshauptstadt hält aus gutem Grund ihre Wertstoffhöfe zumindest bis auf Weiteres geöffnet. Die Bürger nutzen die Möglichkeit. „Wir merken derzeit einen Ansturm auf die Wertstoffhöfe. Es werden nahezu doppelt so viele Anlieferer gezählt wie bisher“, sagt der Technische Bürgermeister Dirk Thürnau. Dies bekommen auch die Mitarbeiter des Wertstoffhofs der Deponie Einöd zu spüren. „Die Situation führt zu einer Überlastung der Wertstoffhöfe und des Personals“, so Thürnau.

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, müssen die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Stuttgart sowie die Anlieferer zu den Wertstoffhöfen einige Verhaltensregeln beachten. So dürfen sich höchstens zehn Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Hof der Wertstoffhöfe befinden. Zudem müssen die generellen Verhaltensregeln beachtet werden. Wie beim Einkauf oder anderswo, sollte auch beim Deponieren von Wertstoffen oder bei der Abgabe von Grünschnitt, ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.

Für die kostenlose Grüngutablieferung in den Wertstoffhöfen gilt: Pro Anlieferung dürfen bis zwei Kubikmeter an Grüngut abgegeben werden. Angenommen werden Baum- und Heckenschnitt, Grasschnitt, Laub, Schnittblumen, Strauchwerk sowie Unkraut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontrollieren die Ladung. Gartenbesitzer müssen zudem beachten, dass Äste und Stämme maximal 1,50 Meter lang und nicht dicker als 10 Zentimeter sein dürfen. Werden Baum-, Hecken- und Strauchschnitt gebündelt, dürfen nur verrottbare Baumwoll- oder Hanfschnüre verwendet werden.

Wer größere Mengen übrig hat, kann diese zu den Annahmestellen des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes nach Zuffenhausen oder Möhringen bringen. „Auch die von der AWS angebotene dritte Variante, die Möglichkeit Grüngut auf Abruf zu bestellen, bleibt bis auf Weiteres bestehen“, sagt Ann-Katrin Keicher von der Pressestelle der Stadtverwaltung. Die Anmeldung erfolgt wie bei der Sperrmüll-Sammlung entweder mit Postkarten, die dem Abfallkalender beigefügt sind oder per Telefon über die Hotline 216 88700 des AWS-Kundenservices oder online unter www.stuttgart.de/abfall mit der Angabe der Adresse und der Menge (ungefähre Anzahl der Bündel und Grüngutsäcke). Bis 15. Mai kann das Grüngut angemeldet werden. Auch dieser Service ist kostenlos. Allerdings benötigt der Gartenbesitzer ein wenig Geduld. Das Grüngut wird innerhalb von drei bis vier Wochen nach dem Anmeldetermin abgeholt. Der genaue Abholtermin wird schriftlich mitgeteilt. Das Grüngut muss dann gebündelt oder in Papiersäcken vor dem Gebäude stehen, in dem der Stuttgarter wohnt.

Zwischen 34 000 und 36 000 Tonnen sammelt die Abfallwirtschaft Stuttgart auf diesen drei Wegen pro Jahr ein. Die Qualität sei zufriedenstellend. Das auf dem Wertstoffhof eingesammelte Grüngut wird kompostiert. Statt Kompost zu kaufen, können Gartenbesitzer ihren Grünschnitt in einer Ecke sammeln und kompostieren lassen, empfiehlt das Umweltamt. Das Verbrennen von Gartenabfällen in Gartengrundstücken ist dagegen verboten. „Es stellt eine Abfallbeseitigung dar. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz besteht eine generelle Pflicht zur Verwertung von Abfällen, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist“, warnte Hans-Wolf Zirkwitz, der Leiter des Umweltamts.

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