Heute unvorstellbar: So ging es noch 2019 beim Quempas-Singen der Bosch-Musikgruppen in der Stiftskirche zu. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Im Coronajahr 2020 ist das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern in der Kirche verboten. Aber Orgel und Solisten können nicht ersetzen, was das Mittun beim „O du fröhliche“ in Menschen physisch wie psychisch auslöst.

Stuttgart - Der Gottesdienst ist fast zu Ende. Von der Empore kommen Orgelklänge, schön, laut, erhebend. „O du fröhliche!“, der Schlusspunkt jeder kirchlichen Weihnachtsveranstaltung. Das Herz macht einen Sprung: Dieses Lied kennen wir seit unserer Kindheit, ebenso wie „Stille Nacht“, oder „Tochter Zion“. Man möchte laut mitsingen, all die Strophen, die unser Langzeitgedächtnis so wunderbar aufbewahrt. Aber es ist ein bisschen wie in jenem Albtraum, in dem kein Laut aus dem weit geöffneten Mund dringt. 2020 darf die Gemeinde in der Kirche nicht singen. Sie darf nur zuhören. Das CoronaJahr 2020 hat uns viel Passivität aufgezwungen, und es verbietet uns nun auch das vokale Mittun, das Mitsingen. Das hat Folgen, seelisch wie körperlich.

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