Von Elke Hauptmann

Fellbach - Die Arbeiten am dritthöchsten Wohnhaus Deutschlands, dem Gewa-Tower in Fellbach, sind bis auf Weiteres unterbrochen worden. Grund dafür sind offenbar Unstimmigkeiten zwischen der Bauherrin und dem Generalunternehmer.

Am vergangenen Freitag hat die börsennotierte Gewa 5 to 1 GmbH eine sogenannte Ad-hoc-Meldung an die Investoren veröffentlicht - dazu ist die Gesellschaft verpflichtet, denn zur Finanzierung des 107 Meter hohen Wohnturms samt Hotel und Randbebauung hat die Bauherrin eine 35-Millionen-Euro-Anleihe herausgegeben. In der Mitteilung räumt sie einen „Abstimmungsbedarf hinsichtlich der weiteren Finanzierung und Bauplanung“ ein. Bis zur Klärung der offenen Punkte seien die Bautätigkeiten unterbrochen. Die Gesellschaft befinde sich in Gesprächen mit der Baresel GmbH als Generalunternehmer. Zudem würden „ergänzende Lösungsmöglichkeiten“ geprüft, heißt es.

Offenbar hat ein finanzieller Engpass den Baustopp erzwungen. Zwar konnte die Gesellschaft von Michael und Mark Warbanoff im Oktober den Verkauf des im Sockelgebäude befindlichen Business-Hotels an einen privaten Investor aus der Region Stuttgart abschließen. Der Kaufpreis - der laut Mitteilung den Erwartungen der Bauherren entspricht, über den beide Seiten jedoch Stillschweigen vereinbart haben - wird allerdings erst im ersten Quartal 2017 fließen. Und zwar nach der Fertigstellung und der Abnahme des 123 Betten großen Hotels durch den Pächter Nordic-Hotels. Bislang sind rund 68 Prozent der Wohnungen in dem 34 Stockwerke großen Wohnturm verkauft - 45 von insgesamt 65 Wohnungen. Weitere Wohnungsverkäufe stehen nach Gewa-Angaben unmittelbar vor dem Abschluss. Noch unverkauft sind insbesondere die großen und hochpreisigen Appartements in den oberen Etagen.

Wie lange die Arbeiten auf der Baustelle an der Schorndorfer Straße ruhen werden, ist völlig ungewiss. Einen Fertigstellungstermin kann die Gewa derzeit nicht benennen.

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