Thomas Hartmann und der SV Cannstatt haben sich auch gegen Friedberg nicht stoppen lassen und bleiben verlustpunktfreier Spitzenreiter. Foto: Niklas Heck (z) - Niklas Heck (z)

Der Wasserball-Zweitligist SV Cannstatt gibt auch im ersten Auswärtsspiel beim VfB Friedberg keine Punkte ab und gewinnt souverän mit 18:12.

FriedbergAlles neu im fremden Bad: Beim ersten Auswärtsspiel der Saison hatten die Zweitliga-Wasserballer des Schwimmverein Cannstatt am vergangenen Samstagabend mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Doch auch in unbekannten Gewässern behielt der Ligaprimus die Nerven: Gegen den VfB Friedberg siegten die Cannstatter souverän mit 18:12 (4:3, 5:1, 2:3, 7:5).

Besonders auf eine Umstellung hatte SVC-Trainer Andras Feher seine Schützlinge vor der Abfahrt immer wieder eingeschworen: Vom vereinseigenen Mombach-Bad sind die Wasserballer eigentlich eine Spielfeldlänge von 25 Metern gewöhnt, doch die kommt bei vielen auswärtigen Austragungsstätten gar nicht erst zum Einsatz: Neben Friedberg spielen in der Liga unter anderem auch München, Neustadt und Fulda auf einem 30-Meter-Feld, das als internationaler Standard gilt und in der Bundesliga sogar vorgeschrieben wird. Seit dem Abstieg ins Unterhaus hat man sich beim Schwimmverein jedoch für die kompaktere Variante im Cannstatter Vereinsbad entschieden – mit weitreichenden Folgen: Die Gewöhnung an die unbekannten Voraussetzungen ist für die Sauerwasserstädter inzwischen zum festen Bestandteil der Trainingsarbeit geworden. Selbst gestandene Wasserballer kämpfen oft mit einer solchen Umstellung, wie Trainer-Urgestein Andras Feher weiß: „Die ganze Orientierung ist eine andere, die Zeit vor dem Tor wird kürzer, weil man mehr Sekunden auf das Schwimmen verwendet. Und natürlich verlangt einem ein 30-Meter-Becken ganz andere schwimmerische Leistungen ab.“

Zumindest diese Sorge stellte sich im Spielverlauf als weitestgehend unbegründet heraus: Meist waren die Gäste ihren hessischen Gastgebern um Längen voraus und präsentierten sich auch sonst ähnlich stark wie noch vor Wochenfrist im eigenen 25-Meter-Becken. Mit einer weiteren Zäsur hatten die Cannstatter ebenfalls weniger zu kämpfen als noch vor Spielbeginn befürchtet: Nach ihren Roten Karten aus der letzten Partie mussten sowohl Trainer Andras Feher als auch Schlüsselspieler Novak Zugic notgedrungen pausieren. Für Feher war der ehemalige Cannstatter Abwehrrecke Thorsten Kraut als Betreuer mit nach Friedberg gereist, die Leistung des Centerspielers Zugic wurde durch die komplette Mannschaft problemlos kompensiert. Gänzlich unberührt von diesen Veränderungen haperte es aus Cannstatter Perspektive allein am Torabschluss: Das Abwehrbollwerk und die konditionelle Leistung im Lager der Württemberger stimmten zwar – doch vor dem Tor taten sich die Cannstatter mehr als einmal schwer. „Wir hätten viel mehr treffen müssen“, zeigte sich Kapitän Lennart Löscher nach Spielbeginn entsprechend verärgert. Friedberg konnte diese Unachtsamkeiten jedoch kaum bestrafen und blieb daher bis auf die Anfangsphase durchgehend im Hintertreffen. Die Quittung für die Hessen gab es umgehend: Am Ende siegten die Gäste aus der Quellenstadt mit 18:12 gegen den VfB Friedberg.

S V Cannstatt: Soma Mihalik (im Tor), Thomas Hartmann, Filip Zugic, Julian Thran, Lennart Löscher (1 Tor), Tim Hornuf (4), Patrick Lars Färber, Valentin Tuda (1), Djordje Milojkovic (4), Mike Troll (4), Pascal Sachs (4), Evan Müller, Bojan Marin.

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