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Heute Nacht, wenige Stunden vor Allerheiligen, werden wieder Kinder und Jugendliche als Monster, Hexen oder Vampire verkleidet von Tür zu Tür zu ziehen und „Süßes oder Saures“ fordern, denn es ist Halloween.

Untertürkheim Heute Nacht werden wieder Kinder und Jugendliche als Monster, Hexen oder Vampire verkleidet von Tür zu Tür zu ziehen und „Süßes oder Saures“ fordern, denn es ist Halloween. Dabei kommt es laut Polizei auch immer wieder zu Sachbeschädigungen. Gemäß dem Spruch „Süßes oder Saureres“, droht dem, der keine Süßigkeiten parat hat, ein Streich. Aus den oft nicht böse gemeinten Scherzen wird jedoch schnell eine ungewollte Sachbeschädigung. Auch wenn sich der Verursacher den Folgen meist gar nicht bewusst ist. „Wer zu Halloween mit Zahnpasta das Auto der Nachbarn beschmiert und dabei beschädigt, muss mit einer Strafe rechnen, auch wenn es nur als Scherz geplant war“, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe muss bei sogenannten gemeinschädlichen Sachbeschädigungen, wie Vandalismus an Parkbänken oder Haltestellenhäuschen gerechnet werden.

Die Wurzeln von Halloween liegen übrigens nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, wie viele denken, sondern in Irland. Der Legende zufolge hat Halloween mit einem Mann namens Jack zu tun, der den Teufel ausgetrickst haben soll. Das Ergebnis: Der Teufel versprach dem Mann, niemals dessen Seele zu holen. Nachdem Jack Jahre später starb, bat er im Himmel um Einlass. Dieser wurde ihm allerdings verwehrt. Auch in der Hölle wurde er wegen des Versprechens abgewiesen. Jack musste deshalb als Geist umherwandern. Der Teufel hatte schließlich Mitleid und schenkte ihm ein glühendes Kohlenstück. Damit das Licht geschützt war, steckte Jack es in eine ausgehöhlte Rübe. Diese Geschichte gab der Halloween-Laterne in der englischen Sprache ihren Namen „Jack O’Lantern“. Irgendwann wurden die Laternen allerdings nicht mehr aus Rüben geschnitzt, sondern aus Kürbissen. Im 19. Jahrhundert sollen irische Auswanderer Halloween in die USA gebracht haben. Die Ursprünge des Brauchs liegen vermutlich mehr als 2500 Jahre zurück in der Eisenzeit. Damals glaubte man, in der Nacht auf Allerheiligen öffne sich eine Tür zum Reich der Toten und Geister, die man mit gruseligen Masken versuchte, in Schach zu halten. Allerheiligen, das am 1. November gefeiert wird, und Halloween fallen übrigens nicht zufällig zusammen, sondern hängen zusammen: Der Name Halloween heißt übersetzt Allerheiligen Vorabend, nämlich „All Hallows eve”, in Englisch. Daraus wurde im Laufe der Zeit das Wort „Halloween“.

Allerheiligen und Allerseelen, das einen Tag später am 2. November gefeiert wird, sind insbesondere für die katholische Kirche von großer Bedeutung. An Allerheiligen wird, wie der Name schon sagt, der Heiligen gedacht. „Auch derer, die nicht offiziell heiliggesprochen wurden“, sagt Andreas Gälle, Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Sankt Urban und für die Gemeinden Untertürkheim, Obertürkheim, Wangen und Hedelfingen zuständig. Dieser Feiertag wurde eingeführt, damit die Heiligen und Märtyrer nicht vergessen werden. An Allerseelen wird der Verstorbenen und deren Seelen gedacht. Allerdings werden die beiden Tage häufig zusammen am 1. November, der in Baden-Württemberg ein Feiertag ist, begangen. „Um der Toten zu gedenken, werden bereits an Allerheiligen die Gräber der Verstorbenen besucht und geschmückt“, sagt Gälle. Auch in den Kirchengemeinden der Oberen Neckarvororte werden am Freitagmorgen Messen gefeiert und am Nachmittag die Friedhöfe besucht.

In Baden-Württemberg zwar kein offizieller Feiertag, jedoch für Protestanten wichtig, ist der Reformationstag: Am 31. Oktober wird an die Reformation der Kirche durch Martin Luther erinnert. Der Mönch und Theologieprofessor soll laut Überlieferung am Abend vor Allerheiligen 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Daran wird in Stuttgart in unterschiedlichen Gottesdiensten und Veranstaltungen gedacht.

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