Gerade an heißen Tagen ist der neue Pfarrbrunnen an der Michaelskirche nicht nur ein Schmuckstück. Das Wasser erfrischt auch. Foto: Kuhn Quelle: Unbekannt

(mk) - Er ist der Stolz der Wangener: der vor wenigen Wochen eingeweihte Pfarrbrunnen im Schatten der Michaelskirche. Finanziert wurde das Schmuckstück bislang von Sponsoren und aus privaten Spenden. Wangens Bezirksbeiräte und die Stadträte forderten die Landeshauptstadt auf, sich an den Kosten zu beteiligen. OB Fritz Kuhn lehnte die Finanzspritze wegen knapper Kassen ab.

Seit Mitte Mai fließt wieder Wasser aus einem Brünnlein unterhalb der Wangener Kirchenmauer. Eine lange Tradition wird damit wieder fortgesetzt. Ortschronist Martin Dolde konnte nachweisen, dass bereits im 14. Jahrhundert Wasser aus einem Brunnen nahe der Wangener Kirche plätscherte. Eine Zeichnung aus dem Jahr 1890 gibt einen Anhaltspunkt über den Standort. 1920 musste der Pfarrbrunnen aber einem Kriegerdenkmal weichen. 1936 wurde als Ersatz ein kleinerer Brunnen einige Meter vom alten Standort entfernt installiert. Er zerfiel jedoch im Laufe der Jahrzehnte.

So hegen die Wangener seit Jahren bereits den Wunsch nach einen neuen Pfarrbrunnen. Dolde, Stefan Huthmann und weitere Aktive trieben das Projekt voran. In Bayern entdeckte Huthmann einen alten Trog, erwarb ihn und ließ ihn - nach Rücksprache mit den Mitstreitern - nach Wangen transportieren. Im April wurde das Schmuckstück in die Mauer eingepasst, die Umgebung dementsprechend gestaltet. Auf Knopfdruck fließt Leitungswasser aus dem Hahn - zur Freude der Kirch- und Friedhofsbesucher. An heißen Tagen bietet das frische Wasser Abkühlung und kann zudem zum Gießen der Grabpflanzen genutzt werden.

Zwar spendeten auch einige Bürger für das Projekt, aber es gibt noch eine Finanzierungslücke von etwa 40 000 Euro. Der Erwerb des Brunnentrogs, die Verlegung der Wasserleitung und andere Arbeiten haben trotz vieler Eigenleistung Geld verschlungen. CDU-, Freie Wähler-, Grüne- und FDP-Stadträte haben im März in einem Antrag eine Kostenbeteiligung durch die Stadt beantragt. In einem Brief lehnte die OB Kuhn ab. „Aus heutiger Sicht ist eine finanzielle Unterstützung aus dem Stadtbrunnenbudget nicht möglich, da die Mittel sehr knapp bemessen sind.“

Dies wollten nun die Bezirksbeiräte nicht unkommentiert lassen. Geschlossen forderten sie, dass sich die Stadt in „angemessener Weise“ beteiligen soll. Sie verweisen darauf, dass sich die Stadt die Kosten für die Renovierung des Pfarrbrunnens aus dem Jahre 1936 erspart hätte. Immer wieder kam in der Diskussion auch der Hinweis auf die Sanierung des Cannstatter Marktplatzbrunnens auf. Die Stadt investiert 510 000 Euro in den Fontänebrunnen.

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