Das Stück der Anliegerstraße, das zur Staibhöhe führt, soll verbreitert und Stellplätze für Parker geschaffen werden. Foto: Kuhn Quelle: Unbekannt

(mk) - Eigentlich wollte Bezirksvorsteherin Beate Dietrich die Bezirksbeiräte nur informieren, dass das kurze Stück der Straße zur Staibhöhe, das von der Wangener Straße abgeht, erschlossen wird. Es wird verbreitert, Parkplätze entstehen. Die Bezirksbeiräte reagierten mit Unmut. Da es sich um eine Anliegerstraße handle, werde hier sinnlos Geld ausgeben, das nicht der Allgemeinheit, sondern den benachbarten Firmen zugutekomme.

In der letzten Bezirksbeiratssitzung kam der Ausbau des kurzen Straßenstücks als ein nachgeordneter Tagesordnungspunkt. Dietrich informierte Wangens Bezirksbeiräte, dass an der Grenze zwischen Stuttgart-Ost und Wangen bald gebaut werde. Das kurze Stück Anliegerstraße, das die Wangener Straße mit der Straße „Zur Staibhöhe“ und der Nähterstraße verbindet, werde ausgebaut. Zurzeit reicht die Breite gerade, dass ein Auto noch durchkommt. Begegnungsverkehr in dem Abschnitt zwischen dem Autohaus und dem ehemaligen Blau-Areal ist kaum möglich. Nun soll der Weg auf 4,50 Meter verbreitert werden. Gleichzeitig, so Dietrich, werde der Grünstreifen durch öffentliche Parkplätze ersetzt. „Damit werden die Erschließungspläne auf dem Jahr 2006 umgesetzt“, sagt Dietrich.

Wangens Bezirksbeiräte rieben sich beim Blick auf die Umgestaltungsentwürfe verwundert die Augen. Keiner konnte sich an die zehn Jahre alten Pläne erinnern. Dementsprechend entrüstet nahmen sie die Entwürfe zur Kenntnis. „Hier nimmt die Stadt viel Geld in die Hand für ein Projekt, das die Allgemeinheit nicht benötigt und das ihr auch keinen Vorteil bringt“, ärgert sich CDU-Bezirksbeirat Marijan Laszlo. Auch Grünen-Bezirksbeirat Gerhard Föll sieht keinen Sinn im Ausbau des Wegstücks. Er erinnerte wie auch andere Lokalpolitiker daran, dass das Gremium mehrfach über die Parkplatzsituation in der nahen Nähterstraße diskutiert habe. Am Rand des engen Sträßchens stellen Beschäftigte der benachbarten Firmen ihre Fahrzeuge ab. In fast jeder Sitzung fordern die Bezirksbeiräte die Sanierung der als Spazier- und Radweg beliebten Nähterstraße. Stattdessen werde dieses Straßenstück unnötigerweise verbreitert. Von der Maßnahme würden nur die Beschäftigten der benachbarten Unternehmen profitieren, mutmaßte Bezirksbeirat Peter Selig-Eder (SÖS-Linke). Die Bezirksbeiräte lehnten den Ausbau ab und fordern detaillierte Pläne.

Die Bauarbeiten werden allerdings zeitnah - geplant war noch dieses Jahr - beginnen, sagt Daniel Hartenstein vom Tiefbauamt. Der Bebauungsplan aus dem Jahr 2006 werde umgesetzt. Noch ungewiss sei die verkehrsrechtliche Reglung in der Straße. Das Ordnungsamt prüfe noch, ob Autofahrer, die die Vereinsheime besuchen oder einen Spaziergang unternehmen wollen, als Anlieger gelten und dann die neuen, öffentlichen Parkplätze benutzen dürfen.