Im Nationalpark Schwarzwald sind laut Verwaltung im Zeitraum April bis Juni 2020 rund 100.000 Gäste mehr unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

An einigen Stellen wurden doppelt bis dreimal so viele Ausflügler wie im Vorjahreszeitraum gezählt: Die Corona-Pandemie sorgt für viele Wander-Touristen im Schwarzwald. Das hat aber auch negative Folgen.

Freiburg - Die Corona-Pandemie hat dem Schwarzwald einen Wander-Boom beschert. Im Nationalpark Schwarzwald seien im Zeitraum April bis Juni 2020 rund 100.000 Gäste mehr unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum, erklärte die Nationalparkverwaltung. Das sei ein Plus von knapp 50 Prozent. An einigen Stellen wurden demnach gar doppelt bis dreimal so viele Ausflügler wie im Vorjahreszeitraum gezählt. Der Andrang habe sich zudem nicht auf die üblichen Hotspots beschränkt: Auch bisher selten besuchte Orte seien nun verstärkt aufgesucht worden.

Die Zahlen für die Monate nach Juli seien noch nicht ausgewertet worden, aber auch für diesen Zeitraum zeichnete sich ein deutliches Besucherplus ab. Basis für die Einschätzung sind Zählschranken, die seit dem Jahr 2018 im Nationalpark aufgestellt wurden. Auch die Wanderführer und Wegewarte der Region haben bemerkt, dass viel mehr Menschen unterwegs waren, wie Stephan Seyl, Sprecher des Schwarzwaldvereins der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der Andrang hatte laut Nationalparkverwaltung aber auch negative Folgen. „Das Rangerteam musste häufig wilde Camper ermahnen und größere Gesellschaften auflösen“, hieß es. „Auf den Parkplätzen im Nationalpark standen die Wohnmobile teilweise dicht an dicht.“ Wie die Tierwelt die vielen Besucher verkraftet habe, sei noch nicht klar. Auch Schnee und gutes Wetter zogen zur Weihnachtszeit viele Ausflügler in die Natur. Laut Offenburger Polizei sind Besuchermassen bei Winterwetter im Schwarzwald aber nichts Ungewöhnliches - das gebe es jedes Jahr, sagte ein Sprecher.

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